Jetzt ist es also tatsächlich geschehen: Die Franzosen haben ihren Willen und Le Mans Sieger bekommen. Zwar gewann nicht der komplett französische Peugeot den 24 Stundenklassiker von Le Mans, sondern jener mit den Ausländern Marc Gené, Alexander Wurz und David Brabham, aber immerhin gewann endlich mal ein Peugeot für die Massen französischer Anhänger - wobei eigentlich hatte man rund um die Strecke (wie jedes Jahr) den Eindruck, dass fast mehr britische Fans da waren, um Marken wie Aston Martin die Daumen zu drücken...
Wenn ich auf der Straße einem beliebigen Passanten danach frage, wie ein Rennauto auszusehen hat, nennt er mir bestimmt breite Reifen, einen riesigen Heckspoiler und eine spitze Schnauze. All das hat die Formel 1 nicht mehr. Die mächtigen Heckflügel wichen einem Stummelfügelchen, die Reifen wurden zwar von den Rillen befreit, sind aber immer noch lächerlich schmal und die Nasen von Renault & Co sehen aus, als ob sie täglich einen Schlag drauf bekommen würden.
Wenn ich die Boxengasse beim 24 h Klassiker in Le Mans entlang schlendere, sehe ich hingegen reinrassige Rennautos so weit das Auge reicht - da sieht man über das Dach beim Peugeot Prototypen gerne hinweg. "Nach der Formel 1 ist die LMP1 das Schnellste, was es im Motorsport gibt", pflichtet uns Rennsieger Marco Werner bei. Ex-F1-Pilot Olivier Panis kann beides vergleichen: "Das Auto ist direkter und etwas schwerer, aber beim Abtrieb ist es ziemlich nah am F1 dran", sagte Panis zu Autoblog. "Es macht viel Spaß!" Genau das fehlt der Formel 1 mit ihren politischen Wirrungen momentan. Der Spaß.
Rennfahrer haben es ja eigentlich ganz einfach: Alle paar Wochenenden reisen sie um die Welt, erleben spannende Dinge und geben ein bisschen in verdammt schnellen Autos Gas. Was gibt es Schöneres?
Ganz so einfach ist es nicht, schon gar nicht beim Langstreckenklassiker in Le Mans. "Das tue ich mir mit 50 Jahren nicht mehr an", verriet der dreifache Sieger Marco Werner gegenüber Autoblog. Aber was ist daran denn so schlimm? "Die Autos sind mittlerweile auf einem so hohen Niveau, dass man sie nicht mehr mit der alten Zeit vergleichen kann. Wir haben heute so viel Downforce und Querbeschleunigung, dass wir der Formel 1 mit unserem Auto höchsten fünf, sechs Jahre hinterherhinken."
Zudem fahre man drei Stunden oder zweieinhalb F1-Rennen am Stück, danach wird kurz gewechselt und dann geht es weiter. "Das muss man sich als 50-jähriger ehrlich gesagt nicht mehr antun, denn ab 40 kommen die Wehwehchen, etwa ein Leistenbruch im letzten Jahr."
Das jährliche "Race of Champions" zieht vom Londoner Wembleystation Richtung China und wird in diesem Jahr im dortigen National Stadium ausgetragen. Das ultimative Ende der Motorsportsaison 2009 findet im dortigen "Vogelnest" statt und ist die erste große Veranstaltung in dieser Arena nach den Olympischen Sommerspielen 2008. Die Veranstaltung geht zum ersten Mal über zwei Tage und ist auf den 3. und 4. November terminiert worden. Damit findet das Spektakel direkt nach dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi statt.
Li Jianyi, der Chef des Unternehmens "Great Gate" und gleichzeitig Geschäftsführer der Firma "Bird's Nest" freut sich sehr auf das Ereignis: "Seit den Olympischen Spielen besitzen wir eines der größten Sportstadien der Welt und wir werden auch weiterhin internationale Top-Veranstaltungen in Peking durchführen. Wir sind sehr gespannt auf das kommende Race of Champions. Das Stadion war schon Gastgeber für die schnellsten Athleten, jetzt wird sie Gastgeber der schnellsten Fahrer der Welt." In den letzten Jahren waren bei dieser Veranstaltung die besten Fahrer aus den verschiedenen Motorsportarten vertreten. Nach Paris und London ist Peking nun der erste Austragungsort außerhalb Europas.
Die Krise ist da, doch die Formel 1 schert sich nicht drum! Nach Lola, USGPE und Aston Martin denkt nun auch das GP2-Team iSport über einen F1-Einstieg nach. Für den Fall einer Budgetobergrenze ab der Saison 2010 plant GP2-Teamchef Paul Jackson mit seinem iSport-Rennstall einen Einstieg in die Formel 1. Das enthüllte Jackson im Exklusivinterview mit Motorsport-Magazin.com: "Mein Ziel ist es, einigen Leuten in der Formel 1 in den Hintern zu treten und ihnen zu zeigen, dass sie Geld für nichts zum Fenster rausschmeißen."
Voraussetzung für den Formel-1-Einstieg ist die Einführung einer Budgetobergrenze durch die FIA. Je schneller die exakte Summe verabschiedet wird, am besten binnen eines Monats, desto eher können sich Jackson und sein Team mit den Sponsoren und Investoren abstimmen und bestimmen, ob sie schon 2010 als eigenes Team neu einsteigen oder sich mit einem vorhandenen Team wie Toro Rosso zusammenschließen.
Das war ein wirklich verrückter Saisonauftakt in der Formel 1. Vor jeder Saison spekuliert man nach den Testfahrten, welches Team beim Saisonstart die Nase vorne haben könnte. In den letzten Jahren waren es dann doch immer wieder die gleichen großen Namen, die auf dem Podium den Champagner verspritzten. In Melbourne war alles anders. Das ehemalige Honda-Team, dass erst vor wenigen Wochen als Brawn GP eine Wiedergeburt feierte, war der große Sieger des ersten Rennens.
Das "Märchen von Melbourne" machte Jenson Button zusammen mit dem Brawn-GP-Team und Teamkollege Rubens Barrichello am Sonntag wahr. Der Brite sicherte sich beim Saisonauftakt in Australien den Sieg vor seinem Teamkollegen, der mit 0,807 Sekunden Rückstand ins Ziel kam und von einem Zwischenfall zwischen Robert Kubica und Sebastian Vettel in der Schlussphase des Rennens profitierte.
Rennsport in Zeiten dünner Geldbeutel ist noch möglich. Bei den „24 Hours of LeMons" dürfen die Wagen, oder der Rest von ihnen, nicht mehr als 500 Dollar kosten. "Lemons" ist in den USA ein Wortspiel für einen miserablen Gebrauchwagen. Sieger ist in der Regel jene Rostlaube, die noch Räder auf der Achse und ihr technisches Innenleben nicht auf der Strecke gelassen hat. Ein Spektakel zwischen fetten Steaks und gekühlten Bier.
In dieser ungewöhnliche amerikanische Rennserie gibt es kaum Regeln, bis auf den vorgeschrieben Sicherheitskäfig, der auch nicht zum 500-Dollar-Limit zählt. Modifikationen am Fahrzeug sind nur durch Bestechung der harten Richter möglich, die über die Zulassung der Fahrzeuge urteilen. Der Organisator Jay Lamm denkt schon über ein Franchising Richtung Europa nach. Vielleicht gibt es ja bald weltweite Abwrackprämien, über dessen Höhe der Zieleinlauf in einem solchen Rennen entscheidet.
Jedes Jahr gibt es einen neuen Ableger von der Spielkonsolenserie Need for Speed. Nachdem die letzte Version "Undercover" floppte, gab es Gerüchte, dass die Serie eingestellt würde. Doch nun erscheint noch in diesem Jahr die nächste Fortsetzung.
Bei Need for Speed SHIFT handelt es sich um eine reine Rennspiel-Simulation, die vom Arcade-Fahrspaß komplett Abschied nimmt. Man setzt mit dem neuen Titel wieder mehr auf Qualität. Entwickelt wird das Spiel von den Slightly Mad Studios, die bereits an den Spielen GT Legends und GTR 2 arbeiteten. Nachdem SHIFT im professionellen Motorsport angesiedelt ist, dürfen die Fans mit einer Vielzahl von Rennwagen rechnen. Nicht nur die Karossen sollen sich fantastisch im Straßenverkehr verhalten, sondern auch die Fahrer in ihrem Temperament, allerdings lassen sich die Fahrzeuge diesmal nicht tunen. Zwei weitere Versionen sind in Arbeit: Need for Speed WORLD ONLINE und NITRO. Bei Nitro handelt es sich um einen Arcade-Racer für Wii und DS.
Die Liebhaber von Rennspielen und wunderschönen Träumen auf vier Rädern werden sich freuen: Die Entwickler aus dem Hause Eutechnyx, die sich bereits für Ferrari Challenge verantwortlich zeigten, arbeiten an einem neuen Rennspiel für die PlayStation 3. In Zusammenarbeit mit System 3 soll demnach bereits im Frühjahr 2009 der neue Titel SuperCar Challenge erscheinen. Dieses Spiel soll eine Auswahl aus über 40 verschiedenen Autos von ausgesuchten Hersteller bieten, darunter unter anderem der Ferrari FXX, der Aston Martin DB9, McLaren F1 und der Lamborghini Murcielago RGT. Drei Spielmodi und ein im Vergleich zu Ferrari Challenge überarbeiteter Karriere-Modus sollen ebenfalls mit von der Partie sein. Überarbeitete Handling-und Tuning-Optionen werden ebenfalls erwartet, und es gibt einen Arcade-Modus für Leute, die einfach nur rasen wollen. Die KI wurde ebenfalls neu gestaltet.
Es ist ein Zeichen der Zeit - die Banken haben kein Geld. Nun verliert auch Renault seinen Hauptsponsor ING zum Ende der Saison 2009. Damit geht der Rückzugs-Trend der Banken in der Formel 1 weiter. Der niederländische Bank-Riese soll bisher rund 50 Millionen Euro in das französische Team investiert haben. Das Engagement in der Formel 1 war der erste weltweite Sponsorenauftritt für ING. Die Markenbekanntheit der Bank soll durch die Formel-1-Werbung um 16 Prozent gestiegen sein. Damit habe sich der Ausflug in die Formel 1 gelohnt, war aus der Chefetage zu hören.
Zuvor hatten bereits einige andere Banken ihre Sponsor-Aktivitäten eingestellt. Credit Suisse machte nicht mehr bei BMW Sauber weiter, und Williams verlor die Royal Bank of Scotland. Die Bemühungen der Formel 1, die Kosten in ihrer Rennserie zu senken, werden durch solche Sponsorenrückzüge nicht gerade erleichtert. Nach der Tabak-Industrie verliert die Formel 1 eine weitere große Branche für ihre nötigen Werbeeinnahmen.