Jetzt ist es also tatsächlich geschehen: Die Franzosen haben ihren Willen und Le Mans Sieger bekommen. Zwar gewann nicht der komplett französische Peugeot den 24 Stundenklassiker von Le Mans, sondern jener mit den Ausländern Marc Gené, Alexander Wurz und David Brabham, aber immerhin gewann endlich mal ein Peugeot für die Massen französischer Anhänger - wobei eigentlich hatte man rund um die Strecke (wie jedes Jahr) den Eindruck, dass fast mehr britische Fans da waren, um Marken wie Aston Martin die Daumen zu drücken...
Zu den vielen Prominenten, die auf der Gästeliste der AUDI AG standen, zählte die deutsche Ski-Slalomweltmeisterin Maria Riesch. Für die musikalische Untermalung in der Audi Racing Arena sorgten Candy Dulfer & Band sowie DJ Gandi. Als Gast von Audi UK weilte Nick Mason in Le Mans. Der motorsportbegeisterte Drummer der Rockgruppe Pink Floyd wird drei Wochen später vom 3. bis zum 5. Juli beim Goodwood Festival of Speed einen Auto Union Rennwagen steuern. Seine Begeisterung für Motorsport setzt sich in der Familie fort: Holly, die Tochter des Rockmusikers, bestritt samstags in Le Mans das historische Legenden-Rennen an der Sarthe. Noch in diesem Jahr wird sie den Rennfahrer Marino Franchitti heiraten.
Ursprünglich plante Claudia, die Ehefrau von Audi Werkspilot Lucas Luhr, ihre Reise nach Le Mans. Doch dann gab es eine besondere Form von "Familienzuwachs": Auf Wunsch der Kinder des Paares zählt seit kurzem ein zehn Wochen alter Labrador-Mischling zur Familie. Dabei bewies Gianluca, der Sohn des Paares, bereits im vierten Lebensjahr eine Ader für Humor: Bei der Namensgebung für den Welpen fiel die Wahl treffsicher auf "Rocky", die Abkürzung von Lucas Luhrs Teamkollege Mike Rockenfeller.
Unmittelbar vor seinem 24-Stunden-Einsatz sah Allan McNish den Sieg eines Audi R10 TDI. Der Schotte erlebte in der Vorwoche zu Le Mans in Silverstone, wie Mittelstufenschüler der Dalbeattie High School zum zweiten Mal in drei Jahren die Britische Meisterschaft für ferngesteuerte Modellfahrzeuge gewannen.
Wenn ich auf der Straße einem beliebigen Passanten danach frage, wie ein Rennauto auszusehen hat, nennt er mir bestimmt breite Reifen, einen riesigen Heckspoiler und eine spitze Schnauze. All das hat die Formel 1 nicht mehr. Die mächtigen Heckflügel wichen einem Stummelfügelchen, die Reifen wurden zwar von den Rillen befreit, sind aber immer noch lächerlich schmal und die Nasen von Renault & Co sehen aus, als ob sie täglich einen Schlag drauf bekommen würden.
Wenn ich die Boxengasse beim 24 h Klassiker in Le Mans entlang schlendere, sehe ich hingegen reinrassige Rennautos so weit das Auge reicht - da sieht man über das Dach beim Peugeot Prototypen gerne hinweg. "Nach der Formel 1 ist die LMP1 das Schnellste, was es im Motorsport gibt", pflichtet uns Rennsieger Marco Werner bei. Ex-F1-Pilot Olivier Panis kann beides vergleichen: "Das Auto ist direkter und etwas schwerer, aber beim Abtrieb ist es ziemlich nah am F1 dran", sagte Panis zu Autoblog. "Es macht viel Spaß!" Genau das fehlt der Formel 1 mit ihren politischen Wirrungen momentan. Der Spaß.
Jeder kann Le Mans fahren? Stimmt. Mit einer passenden Spielekonsole darf sich jeder im heimischen Wohnzimmer als Rennfahrer versuchen. Aber selbst Profis fangen so an: Bruno Senna tritt zum ersten Mal beim 24 Stundenklassiker an. Zum ersten Mal fährt er so lange und das auch noch teils bei Nacht.
"Ich habe mich mit der Playstation darauf vorbereitet", sagte er im Gespräch mit Autoblog. "An sich ist die Simulation auf der Playstation tatsächlich wirklich sehr exakt, aber was man da natürlich nicht mitbekommt, sind die ganzen Bodenwellen, auch die Belagwechsel, die Winkel, in denen die Kurven zum Teil hängen."
Bruno gab trotzdem gleich Vollgas, auch im Dunkeln. "Dann fährt man aber mehr mit dem Kopf als mit den Augen." Vielleicht konnte er sich darauf mit einem Geschicklichkeitsspiel vorbereiten...
Rennfahrer haben es ja eigentlich ganz einfach: Alle paar Wochenenden reisen sie um die Welt, erleben spannende Dinge und geben ein bisschen in verdammt schnellen Autos Gas. Was gibt es Schöneres?
Ganz so einfach ist es nicht, schon gar nicht beim Langstreckenklassiker in Le Mans. "Das tue ich mir mit 50 Jahren nicht mehr an", verriet der dreifache Sieger Marco Werner gegenüber Autoblog. Aber was ist daran denn so schlimm? "Die Autos sind mittlerweile auf einem so hohen Niveau, dass man sie nicht mehr mit der alten Zeit vergleichen kann. Wir haben heute so viel Downforce und Querbeschleunigung, dass wir der Formel 1 mit unserem Auto höchsten fünf, sechs Jahre hinterherhinken."
Zudem fahre man drei Stunden oder zweieinhalb F1-Rennen am Stück, danach wird kurz gewechselt und dann geht es weiter. "Das muss man sich als 50-jähriger ehrlich gesagt nicht mehr antun, denn ab 40 kommen die Wehwehchen, etwa ein Leistenbruch im letzten Jahr."
Ferrari- und Fiat-Präsident Luca di Montezemolo wird am 13. Juni den Startschuss zur 77. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans geben. Vor sechzig Jahren konnte Ferrari zum ersten Mal den Klassiker gewinnen. 1949 gewannen Luigi Chinetti und Lord Selsdon auf einem Ferrari 166 MM. Mit insgesamt neun Triumphen liegt der italienische Hersteller an zweiter Stelle der ewigen Siegerliste hinter Porsche, die in 15 Rennen erfolgreich waren.
Montezemolo wird von seiner eigenen Marke maximal einen Klassensieg erhoffen können. Den letzten Ferrari-Gesamtsieg an der Sarthe gab es 1965, damals siegten Jochen Rindt und Masten Gregory auf einem Ferrari 250 LM. Insgesamt 55 Teams sind in der Starterliste für 2009 gemeldet. US-TV-Star Patrick Dempsey aus der Serie "Grey's Anatomy" wird ebenfalls starten. Die Favoriten sind Vorjahressieger Audi und Peugeot.
Roadster-Fans des Mazda MX-5 aus ganz Europa treffen sich zum 20. Geburtstag des kleines Klassikers am 13. und 14. Juni in Le Mans. Über 200 Fahrer haben sich für dieses Treffen bereits angekündigt. Organisiert wird dieses Treffen in Frankreich, dass im Rahmen des 24-Stunden-Rennens stattfindet, von den europäischen Mazda-Fanclubs.
Am 11. Juni 2009 gibt es in New York einige seltene Stücke aus dem Besitz des legendären Filmstars Steve McQueen zu ersteigern. Im Rahmen der Antiquorium Important Collectors' Wristwatches Auction kommt auch McQueens legendärer Chronograph "Monaco" unter den Hammer. Diese Uhr trug er während der Dreharbeiten zum Rennfahrerfilm Le Mans im Jahr 1971. Der "Monaco" Chronograph von dem Hersteller Tag Heuer kam 1969 zu Ehren des Monaco Grand Prix auf den Markt. Die Uhr verfügt über ein viereckiges Gehäuse, ein schimmerndes blaues Zifferblatt, weiße Totalisatoren und einen roter Chronographen-Zeiger. Erst kürzlich hatte Tag Heuer den Chronographen zum 40. Jahrestag neu aufgelegt, um Steve McQueen zu ehren. Kurz nach den Le Mans Dreharbeiten schenkte McQueen die Uhr seinem damaligen Finanzberater. Es wird geschätzt, dass die Uhr zwischen 10.000 und 20.000 US-Dollar erzielen könnte. Bei McQueens großer Fangemeinde könnte das Ergebnis allerdings deutlich höher ausfallen.