Die deutsche Abwrackprämie macht Schule: Um der notleidenden Autoindustrie zu helfen, will jetzt auch die britische Regierung eine Abwrackprämie einführen. Es soll 2.000 Pfund oder umgerechnet 2.220 Euro für jeden Autobesitzer geben, der ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten lässt. Die Details der britischen Abwrackprämie werden noch zwischen den zuständigen Ministerien für Wirtschaft und Finanzen ausgehandelt, aber ganz offenbar orientiert man sich auch an den Zahlen aus Berlin. Der Verband britischer Automobilhersteller SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) lies verlauten, das 2.000 Pfund das Minimum wären, um einen positiven Effekt für die Autoindustrie zu erzielen. Der Verband schätzt die Kosten für das erste Jahr eines Prämiensystems auf rund 160 Millionen Pfund.
In der vergangene Woche hatten sich auch die USA die Erfolgsidee aus Europa für den eigenen Markt zu Eigen gemacht: In einer dramatischen Rede an die Autobranche lobte US-Präsident Barack Obama die Abwrackprogramme als vorbildlich und erfolgreich und versprach, solche auch in den USA einzuführen. Obama wird allerdings einen deutlich höheren Betrag dafür in sein Budget einstellen müssen als die Engländer: Auf Amerikas Straßen fahren über 250 Millionen Autos und Trucks. Davon sind rund 30 Prozent mindestens 15 Jahre alt, allein das wären 75 Millionen Abwrackkandidaten.





