Die gerade beendete Rallye Dakar gewann der Südafrikaner Giniel de Villiers vor den beiden Amerikanern Mark Miller und Robby Gordon. Der Doppelsieg für das Volkswagen-Team mit dem Race Touareg 2 war ein historisches Ereignis für den Hersteller aus Wolfsburg. Überraschend landete Robby Gordon mit seinem Hummer H3s auf Rang drei. Auch der zweite Wagen vom Team USA kam mit dem Franzosen Eric Vigouroux auf Platz 13 ins Ziel.
Vor dem Start wollte das Team USA genau dieses Ziel erreichen: Buenos Aires. Ankommen war das Hauptziel. Viele Favoriten scheiterten bei dieser Dakar, die erstmals in Argentinien und Chile ausgetragen wurde, deshalb ist der dritte Platz für Gordon eine weitere Motivation, auch im nächsten Jahr wieder an den Start zu gehen.
Nach dem erfolgreichem Verlauf der Dakar plant man bei der nächsten Ausgabe mit einem dritten Fahrzeug an den Start zu gehen. Fahrer wird der ehemalige Formel-1-Pilot Eliseo Salazar, der auch in der Indy-Car-Serie fuhr. Das die Wahl auf den 55-jährigen Salazar fiel, hat eindeutig mit seiner Nationalität zu tun: Er ist Chilene. Damit erhofft man sich einen kleinen Heimvorteil, denn alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Rallye wieder in Argentinien und Chile stattfinden wird. Die Begeisterung der Zuschauer an der Strecke war für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.
Als Giniel de Villiers bei der ersten Dakar in Südamerika als Sieger über die Zielrampe rollte, endete zum ersten Mal eine Ära: die Seriensieger von Mitsubishi waren geschlagen. Und das deutlich: im Laufe der Marathonrallye wurden sie sogar stark gerupft und sahen nur in Person von Nani Roma die Zielflagge.
Wenige Wochen danach kam nun das endgültige Aus: aufgrund der schlechten Wirtschaftslage zieht sich Mitsubishi von der Rallye Dakar zurück, was Volkswagen als letztes komplettes Werksteam übrig lässt. Der Rennstall des japanischen Autoherstellers hat insgesamt 26 Mal bei der Dakar teilgenommen. Zwölf Mal konnte das Team auch den Sieg erringen.
Für das laufende Wirtschaftsjahr legte die Mitsubishi-Gruppe in den ersten neun Monaten einen Nettoverlust von rund 41 Millionen Euro vor, nachdem man im Jahr davor noch einen satten Gewinn verzeichnen konnte. Für das Gesamtjahr, das bis Ende März läuft, wird mit einem Nettoverlust von rund 515 Millionen Euro gerechnet.
Über zwei Wochen erstreckte sich die erste Dakar in Südamerika. Jetzt ist sie vorbei. Wir werfen einen Blick zurück auf die etwas anderen Ereignisse des Rally Raid Klassikers.
1. Die Etappenkürzungen. Es war der Running Gag der Dakar: an jedem Morgen wurde eine Streckenänderung und meistens Verkürzung bekannt gegeben. Die Gründe reichten von zu wenig Sand auf der Strecke über zu viel Regen bis hin zu archäologischen Ausgrabungen, die nicht gestört werden durften. Wir warten ja noch immer auf eine Routenänderung wegen der Sichtung kleiner grüner Männchen...
2. Bei der Dakar gibt es sie noch: die echten Gentleman-Fahrer. Der Belgier Eric Palante ist einer davon. Mitten in einer Düne entdeckte er die gestrandete Annie Seel. Eine zierliche Dame mitten in der Wüste, da hielt er natürlich an und zapfte etwas Sprit ab, damit sie weiterfahren konnte. Dummerweise verschloss er den Tankdeckel nicht richtig und verlor so selbst all seinen Sprit. Nun musste er selbst die Fahrer eines kleinen Honda, einen ungarischen Motorradfahrer und den Fahrer eines alten Trucks um Benzin bitten. Letzterer gab ihm einen halben Liter in einer alten Colaflasche...
Giniel de Villiers hat mit VW den ersten Sieg eines Diesel-Fahrzeugs bei der ersten Rallye Dakar in Süd-Amerika geholt. Es war zugleich der erste Dakar-Gesamtsieg für den Mann aus Südafrika.
Teamkollege Mark Miller wurde Zweiter und beschert VW damit einen Doppelerfolg. Eine kleine Überraschung gibt es erst auf Rang drei der Gesamtwertung. Robby Gordon gelang mit seinem Hummer die Fahrt auf das Treppchen.
Robby Gordon hingegen hatte auch auf der letzten Etappe alles andere als eine problemlose Fahrt. Sein Hummer wurde bei Kilometer 80 unfreiwillig von einem Reifenschaden gestoppt. Der US-Amerikaner kam lediglich als 23. ins Ziel, hatte aber genügend Abstand zum viertplazierten Norweger Ivar Erik Tollefsen.
Am vorletzten Tag der Dakar hat es endlich geklappt: der letzte im Feld verbliebene Werks-Mitsubishi von Nani Roma fuhr den ersten Etappensieg der Seriengewinner der vergangenen Jahre ein. Nach 220 Wertungskilometern, auf einer erneut gekürzten Tagesetappe, setzte sich Roma um gut sieben Minuten gegen den Polen Krzysztof Holowczyc (Nissan) und den Franzosen Guerlain Chicherit (BMW) durch.
Der beste VW-Fahrer auf der 13. Etappe war der Deutsche Dieter Depping, der mit exakt zehn Minuten Rückstand den vierten Platz belegte. Der Gesamtführende Giniel de Villiers erreichte das Ziel hinter seinem Teamkollegen Mark Miller auf Position 8. Beide verloren gut vierzehn Minuten auf den Tagessieger Roma, liegen aber weiter unangefochten an der Spitze der Gesamtwertung. Während de Villiers und Miller nur 2:20 Minuten trennen, weist der Drittplatzierte Robby Gordon im Hummer bereits 1:27.13 Minuten Rückstand auf den Führenden auf. Die Plätze 4 und 5 des Gesamtklassements belegen die Nissan-Fahrer Tollefsen und Holowczyk. Fast eine Stunde hinter dem Fünften belegte Roma den sechsten Rang.
Carlos Sainz scheint bei der Dakar in Südamerika nicht zu stoppen zu sein. Mit seinem 6. Etappensieg baute er seine Gesamtführung weiter aus.
Sein erklärtes Ziel ist der Gewinn der ersten Rallye Dakar in Südamerika. Mit seinem sechsten Etappensieg in diesem Jahr und seinem fünfzehnten Etappenerfolg insgesamt kam Carlos Sainz diesem Ziel auf der zehnten Etappe rund um Copiapo einen weiteren Schritt näher.
Seinen vierten Etappensieg in Serie sicherte sich Sainz im direkten Duell gegen den Hummer von Robby Gordon, den er um gerade mal 21 Sekunden schlug. Am letzten Kontrollpunkt hatte noch der Amerikaner die Fahrzeugschnauze vorne gehabt. In der Gesamtwertung hat Sainz nun 27 Minuten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Mark Miller und 41 Minuten Vorsprung auf Giniel de Villiers.
Der ursprüngliche geplante elfte Tagesabschnitt mit der Andenüberquerung und dem Grenzübertritt von Chile nach Argentinien ist wegen einer ungünstigen Wettervorhersage abgesagt und in eine Verbindungsetappe verwandelt worden.
Carlos Sainz bleibt auch in der Atacama-Wüste schnell. Der Spanier holte sich auf der neunten Etappe seinen dritten Tagessieg in Folge - den fünften in diesem Jahr - und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. 5:56:08 Stunden hatte er für den um rund 20 Kilometer verkürzten Mix aus schnellen Pisten, Bergen und hohen Dünen gebraucht und fand sich dabei auch bei den Abschnitten abseits der Straßen am besten zurecht. Den letzten Abschnitt der Wertungsprüfung hatten die Organisatoren aus dem Programm genommen, weil die Bedingungen die schwierige Sandstrecke zu gefährlich gemacht hätten.
Sainz' Konkurrenten patzten derweil oder hatten Pech. Giniel de Villiers, vor der Etappe noch erster Verfolger des Spaniers in der Gesamtwertung, verfuhr sich wie einige andere bei Kilometer 80 und fuhr sieben Kilometer in die falsche Richtung, bevor er umdrehte. Das kostete den Südafrikaner gut 15 Minuten und obwohl er wieder etwas Boden gutmachen konnte (am Ende fehlten 12:01 Minuten), rutschte er in der Gesamtwertung auf Rang drei zurück. Denn er wurde von Mark Miller überholt, der die meiste Zeit des Tages in Führung gelegen war. Der Amerikaner hatte seinerseits aber Pech bei Kilometer 362, da er einen Plattfuß ausfasste und stoppen musste. Immerhin konnte er den Zwangsstopp auch gleich nutzen, um Öl bei seinem Race Touareg nachzufüllen.
Den dritten Tagesrang sicherte sich Hummer-Pilot Robby Gordon, der mit 2:16 Minuten Rückstand auch nahe an Sainz und den Volkswagen dran blieb. In der Gesamtwertung ist der Amerikaner damit weiter solide auf dem fünften Rang. Die Position des besten Nicht-VW-Piloten gehört aber weiter Nani Roma, der in seinem Mitsubishi allerdings wieder etwas Zeit verlor. Der Spanier lag diesmal 24:41 Minuten hinter Sainz und damit auch rund 22 Minuten hinter seinem Verfolger Gordon.
Nach einem Tag Erholung ging es bei der Dakar in die achte Etappe. Carlos Sainz war dabei der Schnellste. Nachdem die Organisation bei den vergangenen Etappen bereits im Vorfeld Kürzungen und Routenänderungen verkünden musste, ging es dieses Mal auf die vollen 649.31km der achten Etappe. 290.12km lang war dabei die Spezialwertung, die vom Spanier Carlos Sainz in einer Zeit von 3:47:19 Stunden absolviert wurde. Auf die Plätze zwei und drei kamen Dieter Depping und Mark Miller. Damit konnte VW erneut einen Dreifachsieg landen.
Der letzte im Feld verbliebene Mitsubishi-Werksfahrer, Nani Roma, unterstrich derweil seine Ambitionen, sich nicht geschlagen zu geben. Der Spanier verpasse am Ende des Tages zwar das Treppchen um 3 Sekunden, fuhr aber zwischenzeitlich mit um die Spitze der Tageswertung. Ein Plattfuß nach 50 Kilometer erwies sich aber als große Bremse.
Hinter ihm komplettieren Giniel De Villiers mit VW, der Franzose Guerlain Chicherit mit BMW, Krzysztof Holowczyc mit Nissan und Robby Gordan mit seinem Hummer die Top-8. Der Amerikaner hatte einige Minuten verloren, weil er beim Durchfahren eines trockenen Flussbettes zwischen Steinen stecken geblieben war. Auf den Plätzen neun und zehn folgten der Norweger Ivar Erik Tollofsen und der Niederländer Tonnie Van Deijne.
Ein Duell verschlug heute den Dakar-Zuschauern den Atem: Carlos Sainz gegen Al-Attiyah. Mit einem hauchdünnen Vorsprung rettete Sainz seinen zweiten Etappensieg bei der Dakar in Südamerika ins Ziel. Nur sechs Sekunden trennten den Spanier und den Katari Nasser Al-Attiyah (BMW). Die beiden Piloten lieferten sich auf der vierten Etappe einen heißen Kampf um die Sekunden.
Nach 58 Kilometern lag Al-Attiyah nur einen Bruchteil vor dem VW-Piloten. Am nächsten Check Point lag Sainz eine Minute vor Al-Attiyah in Führung. Trotz eines Handicaps durch einen Reifenschaden konnte der Spanier seine Führung ins Ziel retten.
In der Gesamtwertung liegen die beiden Kontrahenten nur drei Minuten und 49 Sekunden auseinander. Allerdings steht die Frage nach der Zuverlässigkeit ihrer Autos weiterhin im Raum, immerhin müssen diese noch über 6000 Kilometer zurücklegen. Eine Auseinandersetzung mit Mitsubishi steht daher immer noch im Raum. Allerdings haben Peterhansel und die seinen heute nicht zum Angriff blasen können. Weit hinter dem spanisch-katarischen Spitzentandem war Nani Roma der beste Vertreter der japanischen Marke und lenkte seinen Lancer auf Position fünf der Tageswertung.
Bereits am zweiten Tag der Dakar in Südamerika wechselte die Führung. Nachdem BMW X-Raid-Pilot Nassar Al-Attiyah den ersten Tag für sich entscheiden konnte, übernahm am zweiten Tag VW-Pilot Carlos Sainz das Kommando. Der Spanier war der Schnellste auf der zweiten Etappe, die über 237 Wertungskilometer von Santa Rosa nach Puerto Madryn führte. Damit übernahm Sainz auch die Gesamtführung der ersten Dakar in Südamerika.
"Ein guter Tag für Volkswagen - ich kann es nicht anders sagen", bilanzierte Motorsportdirektor Kriss Nissen nach dem ersten Etappensieg durch Carlos Sainz. Abgerundet wurde das gute Ergebnis durch Platz 3 für Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz.
Die zweitschnellste Zeit der zweiten Etappe erzielte Titelverteidiger Stéphane Peterhansel, der sich damit auf den dritten Gesamtrang vorschob. Er hat knapp vier Minuten Rückstand auf den Führenden Sainz. Die dritte Etappe führt am Montag von Puerto Madryn nach Jacobacci. Dann zeigt die Rallye Dakar ihren harten Charakter. Die Passage durch Patagonien erfordert angesichts eines deutlichen Wechsels des Terrains einen anderen Fahrstil als die Tage zuvor. Die Landschaft wird hügeliger und Piloten mit einer Vorliebe für langgezogene Kurven kommen auf dem Weg nach Jacobacci voll auf ihre Kosten.