Das Design ist heutzutage der ausschlaggebende Entscheidungsfaktor beim Kauf eines Fahrzeugs. Hersteller geben Millionen für Designstudios aus, um ihren Fahrzeugen ein eigenständiges Auftreten zu geben und um die eigene Marke durch das Design von der Konkurrenz zu differenzieren.
Seit 2005 jedoch greift ein neues Gesetz empfindlich in die gestalterische Freiheit von Pininfarina & Co ein.
Jedes neue Modell, welches seit 2005 in Europa neu auf den Markt erscheint, muss gewisse Mindestanforderungen hinsichtlich des Fußgängerschutzes erfüllen.
Grundsätzlich gibt es zwei Prüfmethoden:
- Ein Beindummy (Simulierter Beinanprall des Fußgängers) wird mit definierter Geschwindigkeit gegen die Frontschürze des Fahrzeuges geschossen. Dabei darf die entstehende Verzögerung und der Biegewinkel zwischen Ober- und Unterschenkel einen gesetzlich vorgeschriebenen Wert nicht übersteigen.
- Ein Kopfdummy (Simulierter Kopfaufprall des Fußgängers) wird mit definierter Geschwindigkeit gegen die Motorhaube des Fahrzeuges geschossen. Die dabei entstehende Belastung des Kopfes darf definierte Grenzwerte ebenfalls nicht überschreiten.
Um diese neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, müssen natürlich gewisse Deformationswege im Aufprallbereich des Fußgängers vorgehalten werden, welche bis vor kurzem im Design eines Autos nicht beachtet werden mussten.
Welchen Einfluss das auf das Design eines Fahrzeuges haben kann, ist an der aktuellen Mercedes C Klasse deutlich erkennbar.
Während das Vorgängermodell noch mit deutlich flacherer Front daherkam, überrascht das 2007 vorgestellte Modell mit einer steil stehenden Frontpartie - ein Zugeständnis an den Fußgängerschutz und kein Designwunsch!
Aus Insiderkreisen ist zu vernehmen, dass ab 2015 die gesetzlichen Anforderungen nochmals verschärft werden sollen, was die Fahrzeuge hinsichtlich Styling noch stärker einschränken und Proportional näher zusammenrücken dürfte.
Sehen deshalb in Zukunft alle Autos gleich aus? Ist es das Aus für Sportwagen mit flachen Frontpartien und rassigen Blechkurven?