Der Bentley Azure ist so was wie der Biedermeier Schrank in der Luxusliga. Beständig, kaum verändert und vollkommen zeitlos. Da scheint der neue Azure T ja schon fast übertrieben neumodisch.
Er unterscheidet sich durch ein grobmaschigeres Gitter an Kühlergrill und Lufteinlässen sowie Kühlluftöffnungen an den Flanken hinter den vorderen Kotflügeln von seinen konventionellen Brüdern. Sozusagen die sportliche Variante des Luxus-Cabrios. (Für all jene für die ein Hemd ohne Krawatte zu tragen, schon „sportlich" ist.)
Zumindest wird man leistungsmäßig durch 507 PS dem optischen Anspruch absolut gerecht. Bei einer Beschleunigung von 5,5 sec. von 0 auf 100 und einem Leergewicht von über 2,7 Tonnen kann man angesichts der 19,5 Liter Verbrauch von sagen wir mal „angemessen" sprechen.
Der nun auch erhältliche I Pod Anschluss und ein optional erhältliches Soundsystem mit zehn Lautsprechern und 1100 Watt Verstärker passen so gut zum britischen Stil des Bentley wie die IKEA Schreibtischlampe „Vicky" auf einen Biedermeier Schreibtisch.
Die Sinnfrage brauchen wir uns hier erst gar nicht zu stellen, allerhöchstens die Frage nach der angepeilten Konkurrenz erscheint noch erwähnenswert.
Der Rolls Royce Phantom Drophead Coupe sowie ein Maybach Landaulet fallen mir da spontan ein. Obwohl Beide deutlich über dem Bentley liegen dürften (RR Phantom ab 420 000 €, Maybach Landaulet ab 900 000€).
Da schon der „gewöhnliche" Azure irgendwo bei 330 000 € beginnt, dürfte nach oben hin genug Spielraum bleiben. Genaue Preise gibt Bentley noch nicht an.