Auf der IAA in Frankfurt glänzte Honda durch Abwesenheit. Was er japanische Autobauer dort versäumt hat, scheint er in Tokio nachholen zu wollen. Mit einer Menge ausgeflippter Studien trat man an, um den größten Stand eines Einzelausstellers mit Ideen und Konzepten aufzufüllen. Eines der Designhighlights der Tokyo Motor Show ist sicherlich der Honda Skydeck Concept. Natürlich ist die Studie weit entfernt von einem fertigen Fahrzeug, trotzdem ist der futuristische Familien-Van mit dem luftigen Namen Honda Skydeck mehr als nur interessant. Die weit ins Dach gezogene Frontscheibe und das Glasdach geben den Insassen ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit. Auch die Sitze haben einen gewissen Freizeitlook. Die vorderen Türen öffnen sich nach oben und die hinteren Türen lassen sich nach hinten schieben. Mit anderen Worten: Keine Tür geht normal auf. Keine B-Säule behindert den Einstieg. Wenn man in der dritten Reihe sitzen möchte, kann der Sitz der zweiten Reihe unter den Sitz der ersten Reihe geschoben werden. Unter der Haube sorgt ein Hybrid PLUS-Aggregat für einen umweltschonenden Vortrieb.
Eine seriennahe Studie des Hybrid-Sportwagens Honda CR-Z ist auf der Tokyo Motor Show zu bewundern. Ob der strahlend weiße Honda CR-Z einmal auf die Straße kommen wird, steht noch in den Sternen. Auf der Motorshow zeigt Honda das sportliche Hybridmodell ein weiteres Mal nur als Studie. Kommt er nun - oder kommt er nicht? Honda besitzt in Tokio den größten Stand aller Hersteller. Hoffentlich wollte man mit dem CR-Z nicht nur die Stellflächen füllen - das wäre wirklich schade.
Was auf dem Nissan-Stand bei der Tokyo Motor Show als "Fuga" seine Premiere hatte, kommt als Infiniti M nach Europa. Der Grund ist ziemlich simpel: Nissan's Nobelmarke Infiniti gibt es auf dem japanischen Markt überhaupt nicht. Erst auf den zweiten Blick ist eine europäische Perspektive beim neuen Flaggschiff Fuga zu erkennen. Die Fünf-Meter-Limousine mit Sechszylinder oder Hybridantrieb ist trotzdem ein Highlight auf der Autoshow. Auch hier fällt die Begründung simpel aus: Während bis auf die britischen Nischenhersteller Lotus und Caterham sowie als einziger deutscher Vertreter der BMW-Veredler Alpina alle Ausländer ihre Teilnahme abgesagt haben, sind die japanischen Hersteller auf der Tokyo Motor Show so gut wie konkurrenzlos. So leicht hatten es die Japaner bei ihrem "Heimspiel" noch nie.
Auf der Tokyo Motor Show bekommt der Lexus LFA seinen ersten Auftritt. Der Edelflitzer von Toyotas Luxusmarke soll neue Maßstäbe für japanische Supersportwagen setzen. In Japan tritt der Rennen natürlich gegen Nissan an und in Europa will man Porsche, Ferrari und Lamborghini ärgern. Für die Entwicklung brauchten die Japaner fast zehn Jahre. Das Ergebnis ist ein Supersportwagen mit 540 PS, die aus einem hochdrehenden 4,8 Liter V10-Motor kommen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 325 km/h. Imponierend sind die Spurteigenschaften: Von 0 auf Tempo 100 bracht der Lexus LFA nur 3,7 Sekunden. Nur 500 Exemplaren werden auf den Markt kommen und die Kunden müssen Geduld mitbringen, denn maximal 20 Exemplare will Lexus pro Monat in Handarbeit herstellen. Der Preis des Leichtgewichts (1.480 kg) soll bei 375.000 Euro liegen.
Der Lotus Exige entwickelte sich zu einem Kultobjekt mit einer leidenschaftlichen Fan-Gemeinde; denn er bringt die Technik von der Rennstrecke auf die Straße. Mit dem neuen Lotus-Sondermodell Exige Scura zeigt die britische Automarke, dass ihre Wagen auch böse daherkommen können. Der Scura ist auf nur 35 Exemplare limitiert. Lackiert ist der Scura in mattem Schwarz, dass von schwarz glänzenden Streifen akzentuiert wird. Ergänzt wird der Auftritt durch Anbauteile aus dunkler Kohlefaser. Angetrieben wird der kleine, aggressiv wirkende Lotus von einem 260-PS-Aggregat, dass den weniger als eine Tonne wiegenden Wagen in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Das Fahrzeug ist einfach gruselig schön und soll auf der Tokyo Motor Show für eine Gänsehaut bei den Besuchern sorgen.
Der japanische Autobauer Mitsubishi zeigt auf der Tokio Motor Show mit dem Mitsubishi Concept PX-MiEV eine SUV-Studie, die mit einem neu entwickelten Hybridantrieb auf einen minimalen Verbrauch von unter zwei Liter je 100 Kilometer kommen soll. Die Studie Concept PX-MiEV wird von einem neu entwickelte Plug-in-Hybridsystem angetrieben und der Verbrauch soll bei rund zwei Litern pro 100 Kilometer liegen. Seine Umweltverträglichkeit verbindet das Fahrzeug dank modernster Antriebstechnologien mit ausgeprägter Fahrdynamik. Garanten dafür sind das neue Mitsubishi-Allradsystem S-AWC (Super All Wheel Control) sowie die Antriebsfunktion E-AYC (Electric-powered Active Yaw Control), die eine variable Verteilung des Antriebsmoments zwischen linker und rechter Fahrzeugseite sicherstellt.
Auf der Tokyo Motor Show (24. Oktober bis 4. November) zeigt Nissan eine außergewöhnliche Studie, die Elemente eines Kleinwagens sowie eines Motorrads verbindet. Laut Nissan handelt es sich zwar zunächst nur um eine Konzeptstudie: Allerdings könnten künftige Kleinwagen des Herstellers einmal ähnlich aussehen. Dieser Zwitter soll durch seine Ausmaße und Technik die üblichen Probleme in überfüllten Großstädten lösen. Zwei hintereinander angeordnete Sitze sorgen bei der Studie Land Glider für eine sehr schmale Karosserie. Bei Kurvenfahrten soll sich der Land Glider mittels spezieller Neigetechnik wie ein Motorrad bis zu 17 Grad zur Seite neigen können. Das Dach wiederum soll wie die Kanzel eines Flugzeugs wirken. Angetrieben wird das Gefährt von Elektromotoren in der Nähe der Hinterachse, die von Lithium-Ionen-Batterien gespeist werden.
Auf der Tokyo Motor Show wird es eine aufregende Weltpremiere geben: Eine rote Flunder aus dem Hause Suzusho mit der Bezeichnung Supasse V. Der Mittelmotorsportwagen, der die Ausmaße eines Lotus Elis besitzt, erinnert optisch stark an größere Supersportwagen vom Schlage eines Ferrari Enzo oder Pagani Zonda. Der Supasse V soll nach ersten Informationen zwischen 50.000 und 80.000 US-Dollar kosten und kommt mit 270 PS bei nur 850 Kilogramm Gewicht
Auf der diesjährigen Tokyo Motor Show zeigt Subaru mit dem Konzeptfahrzeug "Hybrid Tourer Concept", dass auch sie in Sachen Umweltfreundlichkeit ihre Hausaufgaben gemacht haben. Die etwas futuristisch anmutende Studie ist mit verschiedenen Kerntechnologien ausgestattet und präsentiert sich als gelungene Symbiose aus Design und Technik. Flügeltüren, Glaspartien, 4 Einzelsitze und die offene Atmosphäre verkörpern ebenso die Vision eines Grand-Tourismo-Wagens wie das Subaru-Hybrid-System. Ausgestattet mit einem Stromerzeugungs-/Antriebsmotor vorn und einem rein elektrischen Antriebsmotor hinten unterstützt das zwei-Motoren-Hybrid-System einen 2.0-Liter-Turbo-Benziner. Das Resultat dieser Kombination soll in einer erhöhten Kraftstoffeffizienz bei verbesserter Fahrleistung liegen. Ob und wann es zur Markteinführung des Hybrid-Tourers kommt, steht indes noch nicht fest.
Außer dem "Basket" und dem "Deca Deca" wird Daihatsu auf der Toyko Motor Show noch zwei weitere lustige Fahrzeuge präsentieren. Die Designer haben auch bei diesen Konzeptfahrzeugen die Kastenform als Ideal genommen. Der "e:s" ist eine Modellbezeichnung für "eco & smart" und sieht dem Smart tatsächlich etwas ähnlich. Er kommt mit 700 Kilo als Leichtgewicht zur Weltpremiere nach Tokyo und soll mit einem Liter Kraftstoff 30 Kilometer fahren. Der "Tanto Exe" soll mit edler Innenraum-Optik neue Käufer finden. Eine zweite Version nennt sich "Tanto Exe Custom" und ist ein aufgemotzter Kasten, den man auch als "Super-Box" bezeichnen könnte.