Ein Traum wird für Giancarlo Fisichella wahr: Er übernimmt ab sofort das zweite Ferrari-Cockpit und fährt sein erstes Rennen für die Scuderia ausgerechnet in seinem Heimatland Italien auf dem Autodromo Nazionale di Monza. Nach tagelangen Spekulationen herrscht nun endlich Klarheit darüber, wer nach den zwei dürftigen Vorstellungen von Luca Badoer in Valencia und Spa-Francorchamps als Ersatz für den verletzten Felipe Massa im Ferrari sitzt.
Die Stationen von Fisichella warten seit 1996: Minardi, Jordan, Benetton, wieder Jordan, Sauber, Renault und zuletzt Force India. Der sensationelle zweite Platz beim letzten Grand Prix von Belgien hat wohl für die Ferrari-Verantwortlichen den Ausschlag gegeben, dem zweifachen Familienvater den zweiten Wagen bis zum Ende der Saison zu überlassen. Der 36-jährige Fisichella wird in Monza seinen 225. Grand Prix bestreiten - und es wird ein ganz besonderes Rennen für ihn sein. Nach seinen fünf Aushilfsrennen in dieser Saison wird Fisichella in der Saison 2010 offizieller Ferrari-Ersatzfahrer.
Die Neuauflage des Porsche 911 GT3 Cup kommt mit drei Merkmalen zur IAA in Frankfurt: Stärker, breiter, schneller. Der Nachfolger des mit über 1.400 Exemplaren meistgebauten Rennwagens aller Zeiten basiert erstmals auf dem 911 GT3 RS. Das Gewicht des Rennfahrzeuges wurde gegenüber der Leichtbau-Straßenversion signifikant gesenkt. Erstmals im GT3 Cup kommt die im Heckbereich um 44 Millimeter breitere Karosserieversion zum Einsatz, die größere Räder beherbergt. Verbreiterungen an den vorderen Radläufen weisen auf die ebenfalls neuen Vorderräder hin. Auch der Hubraum steigt im Vergleich zum Vorgänger um 0,2 Liter, die Motorleistung legt um 30 PS zu. Die wichtigsten Daten: 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 450 PS, sequenzielles Sechsgang-Schaltgetriebe, Gewicht 1.200 Kilogramm. Auf den ersten Blick ist der neue 911 GT3 Cup an seiner Frontpartie zu erkennen. Von der aktuellen Elfer-Generation übernimmt er das markante Tagfahrlicht.
Rubens Barrichello war im letzten Winter arbeitslos, als sein letzter Arbeitgeber Honda sich aus der Formel 1 zurückzog. Nach der Teamrettung durch Ross Brawn hatte er plötzlich wieder einen Job und das beste Auto im Feld. Sein Teamkollege Jenson Button holte jedoch die Siege für das Team und Barrichello konnte nur gequält über Podiumsplätze lachen. Dann kam der etwas überraschende Sieg beim Großen Preis von Europa in Valencia. Barrichello erzielte seinen zehnten Karriere-Sieg nach einer fünfjährigen Durststrecke von 85 Grand Prix. Der Brasilianer liegt nun mit 22 Punkten Rückstand hinter seinem Teamkollegen auf Rang zwei in der Gesamtwertung der Saison 2009. Nach diesem Sieg ist für Barrichello der ewige Titeltraum plötzlich wieder Realität geworden.
Die LeMans Organisation ACO hat das neue technische Reglement für 2010 herausgegeben. Es betrifft sowohl die 24 Stunden von LeMans, als auch die LMS. Für die kommende Saison stehen auch für LeMans einige Änderungen ins Haus. Hauptziel ist es die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Rennen attraktiver zu machen. Daher werden zum Beispiel in der LMP1 die Dieselbetriebenen Fahrzeuge und die mit Benzin, einander angepasst. Letzteren werden mehr PS zugestanden.
Für die LMP1 sind weitere Änderungen beim Aufbau gefordert, während in der LMP2 die Motoren reduziert werden sollen. Auch beim Gewicht gibt es neue Vorgaben, die Diesel der LMP1 sollen ab kommender Saison 930 Kilogramm Minimalgewicht haben, ein Zusatzgewicht von 30 Kilogramm wie noch in dieser Saison wird es nicht mehr geben.
Die Hysterie um das Comeback des Rekordweltmeisters Michael Schumacher hat ein Ende. Schumacher musste sein geplante Rückkehr in den Formel-1-Zirkus aus gesundheitlichen Gründen absagen. Der Körper des Kerpeners spielte nicht mit, die Spätfolgen einer Nackenverletzung nach einem schweren Motorrad-Unfall im Februar verhindern seinen Start beim Großen Preis von Valencia am 23. August. "Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht", schrieb Schumacher auf seiner Homepage.
Seine Nachfolger in der Königsklasse müssen nun auf das Duell mit dem Idol verzichten. Der Formel 1 geht damit auch das erhoffte Mega-Geschäft mit dem Comeback des Superstars verloren. Manager Weber hatte schon eine neue Fanartikel-Serie geplant, die Rennstrecken rechneten mit einem Zuschauer-Boom.
Dass die Briten etwas anders ticken, sollte längst bekannt sein. Vor Experimenten im und um den Motorsport schreckt man spätestens seit der Erfolgs-Sendung "Top Gear" nicht mehr zurück. Forscher an der Universität von Warwick sind nun noch einen Schritt weitergegangen: sie haben einen umweltfreundlichen Formel-3-Renner gebaut. Angetrieben mit Schokolade, gesteuert von Karotten und mit einer Verkleidung aus Kartoffeln - das sind die Eckdaten des Boliden, der in Kurven über 125 Meilen pro Stunde schaffen soll. Dabei wird das Reglement internationaler Formel-3-Serien eingehalten, lediglich der Bio-Diesel-Motor verstößt gegen die allgemeinen Bestimmungen.
An diesem Fahrzeug ist einfach alles aus natürlichen Komponenten. Das Monocoque ist aus Pflanzenfasern gefertigt. Flachfasern und Sojabohnen-Öl schaffen einen Rennsitz. "Es ist eine technische Demonstration in der versucht und gezeigt wird, dass man auch Motorsport betreiben kann, ohne die Umwelt zu verschmutzen", so Projektmanager James Meredith gegenüber der "TD Daily". Den ersten Test hat man bereits erfolgreich absolviert. "Letzte Woche sind wir auf dem Campus-Parkplatz gefahren, schon bald wollen wir auf einer richtigen Strecke testen", sagte Meredith. Schon bald wolle man ein Rennen fahren - welches, spiele erst einmal keine Rolle.
Jesse James ist ein bekannter TV-Star in Amerika. Auch in Europa kennt man seine Show "Monster Garage". Für seine neue Serie "Jesse James Is A Dead Man" setzte er sich höchstpersönlich hinter das Steuer eines mit einem umweltverträglichen Hydrogen betriebenen Salzsee-Renners. Promt erzielte er mit 199,7 mph (319,52 km/h) einen neuer Weltrekord, den er natürlich in seiner Sendung zeigen wird. Gefahren wurde der Rekord am 17. Juni 2009 auf dem El Mirage Salzsee in der kalifornische Mojave Wüste. Bisher hielt BMW den Weltrekord mit 185 mph (296 km/h).
Wenn ich auf der Straße einem beliebigen Passanten danach frage, wie ein Rennauto auszusehen hat, nennt er mir bestimmt breite Reifen, einen riesigen Heckspoiler und eine spitze Schnauze. All das hat die Formel 1 nicht mehr. Die mächtigen Heckflügel wichen einem Stummelfügelchen, die Reifen wurden zwar von den Rillen befreit, sind aber immer noch lächerlich schmal und die Nasen von Renault & Co sehen aus, als ob sie täglich einen Schlag drauf bekommen würden.
Wenn ich die Boxengasse beim 24 h Klassiker in Le Mans entlang schlendere, sehe ich hingegen reinrassige Rennautos so weit das Auge reicht - da sieht man über das Dach beim Peugeot Prototypen gerne hinweg. "Nach der Formel 1 ist die LMP1 das Schnellste, was es im Motorsport gibt", pflichtet uns Rennsieger Marco Werner bei. Ex-F1-Pilot Olivier Panis kann beides vergleichen: "Das Auto ist direkter und etwas schwerer, aber beim Abtrieb ist es ziemlich nah am F1 dran", sagte Panis zu Autoblog. "Es macht viel Spaß!" Genau das fehlt der Formel 1 mit ihren politischen Wirrungen momentan. Der Spaß.
Jeder kann Le Mans fahren? Stimmt. Mit einer passenden Spielekonsole darf sich jeder im heimischen Wohnzimmer als Rennfahrer versuchen. Aber selbst Profis fangen so an: Bruno Senna tritt zum ersten Mal beim 24 Stundenklassiker an. Zum ersten Mal fährt er so lange und das auch noch teils bei Nacht.
"Ich habe mich mit der Playstation darauf vorbereitet", sagte er im Gespräch mit Autoblog. "An sich ist die Simulation auf der Playstation tatsächlich wirklich sehr exakt, aber was man da natürlich nicht mitbekommt, sind die ganzen Bodenwellen, auch die Belagwechsel, die Winkel, in denen die Kurven zum Teil hängen."
Bruno gab trotzdem gleich Vollgas, auch im Dunkeln. "Dann fährt man aber mehr mit dem Kopf als mit den Augen." Vielleicht konnte er sich darauf mit einem Geschicklichkeitsspiel vorbereiten...
Rennfahrer haben es ja eigentlich ganz einfach: Alle paar Wochenenden reisen sie um die Welt, erleben spannende Dinge und geben ein bisschen in verdammt schnellen Autos Gas. Was gibt es Schöneres?
Ganz so einfach ist es nicht, schon gar nicht beim Langstreckenklassiker in Le Mans. "Das tue ich mir mit 50 Jahren nicht mehr an", verriet der dreifache Sieger Marco Werner gegenüber Autoblog. Aber was ist daran denn so schlimm? "Die Autos sind mittlerweile auf einem so hohen Niveau, dass man sie nicht mehr mit der alten Zeit vergleichen kann. Wir haben heute so viel Downforce und Querbeschleunigung, dass wir der Formel 1 mit unserem Auto höchsten fünf, sechs Jahre hinterherhinken."
Zudem fahre man drei Stunden oder zweieinhalb F1-Rennen am Stück, danach wird kurz gewechselt und dann geht es weiter. "Das muss man sich als 50-jähriger ehrlich gesagt nicht mehr antun, denn ab 40 kommen die Wehwehchen, etwa ein Leistenbruch im letzten Jahr."