Dacia mausert sich vom Billigheimer zum Lifestyle-Anbieter. Aufregende Studien wie der Duster - der mittlerweile für die automobile Realität zurechtgemacht bereits in der Pipeline ist und schon 2010 auf den Straßen zu sehen sein soll - und der frisch aufgelegte Sandero Stepway ziehen Blicke auf sich. Der Stepway feierte zuvor sein erfolgreiches Debüt in Südamerika, wo er als Renault vertrieben wird und sollte hierzulande Lifestyle-Fans mit schmalen Brieftaschen ansprechen. Viel Renault-Technik, lange Garantie und das ausgezeichnete Preis-/Leistungs-Verhältnis werden dem Stepway wohl einige Freunde bescheren. Nur die Sicherheitsausstattung lässt Platz für Kritik, da sie nicht optional erweiterbar ist. Hier muss Dacia noch nachlegen.
Fahrmaschinen reinsten Wassers. Das waren die Basismodelle für den Motorsport bei Porsche schon immer. Ganz besonders die legendären RS-Modelle. In der jüngsten Generation als 911 GT3 RS, aus der überarbeiteten 997-Baureihe, beweist ein Porsche einmal mehr seinen Sinn fürs Wesentliche. So bietet Porsche dem Kunden optional etwa eine Lithium-Ionen-Batterie an, die (anstelle der konventionellen Bleibatterie eingebaut) einen Gewichtsvorteil von über zehn Kilogramm mitbringt. Allerdings, so ganz ohne Kompromisse geht es scheinbar doch nicht. Elektrische Fensterheber, Klimaautomatik und Radio sind Serienausstattung. Radio und Klimaanlage kann man zwar immerhin abbestellen, um dem Gedanken der puristischen Rennmaschine noch näher zu kommen. Doch wozu braucht man elektrische Fensterheber, elektrische Spiegelverstellung, elektrische Motordeckel- und Kofferraumentriegelung und eine Zentralverriegelung? Weg mit dem unnötigen Ballast! Liebe Porsche-Leute, der neue RS ist toll, aber gebt uns den ultimativen Elfer ohne jeden Schnickschnack. Verweichlichte Luxus-Kunden sollen sich einen Bentley kaufen.
Der neue Kompakt-Van 5008 ist bereits die vierte Neuvorstellung von Peugeot in diesem Jahr. Die geben ordentlich Gas. Denn trotz der Krise stiegen die Neuzulassungen der Franzosen mit dem Löwen auf der Front. Die bekannte Stärke bei Kleinwagen und überhaupt viele Modelle mit niedrigen Emissionen tragen zum Erfolg bei. Und der Versuch in neue Segmente vorzudringen, wie jetzt mit dem neuen Peugeot 5008. Gefällig, flexibel und mit ausgewogenem Preis-/Leistungsverhältnis pirscht er sich an den Konsumenten heran. Lange mussten Fans der Marke auf einen solchen Kompakt-Van warten. Aber dem ersten Anschein nach gilt für den 5008 wohl das Sprichwort: "Was lange währt, wird endlich gut."
Die E-Klasse Familie bekommt auch in der jüngsten Generation wieder Zuwachs durch den traditionell „T-Modell" genannten Kombi. Der ist vor allem in Deutschland beliebt. Der Heimatmarkt macht nach wie vor rund die Hälfte des Absatzes an E-Klasse T-Modellen aus. Trotzdem wird er die als Limousine gebauten Brüder an Anzahl wohl nie übertreffen. Während bei anderen Marken oft mehr Kombis als baugleiche Limousinen verkauft werden, bleibt das E-Klasse T-Modell ein Fahrzeug für anspruchsvolle Individualisten. Insofern stellt das T-Modell genauso wie das Coupé die exklusivere Variante eines E-Klasse dar. Dass fünfzig Prozent der Käufer Selbstständige und weitere fünfundzwanzig Prozent Manager sind, belegt dies eindrucksvoll. Dass das T-Modell hauptsächlich für Freizeit und Familie genutzt wird, ebenso.
Hyundais Welle der Erneuerung erfasste zuerst vor allem die kleineren Modelle. Mit i10, i20 und i30 brandete die Welle gerade zur rechten Zeit an deutsche Gestade. Jetzt schickt sich bald der ix35 als Nachfolger des Tucson an, den Erfolg der Marke fort zu schreiben. Moderner, schicker, stärker (zum Teil) und trotzdem sparsamer stellt er sich dem europäischen Markt. Gerade die Schwäche des dieselseitig zu geringen Motorenangebotes merzt der ix35 souverän aus. Statt eines Diesels wird es nun deren drei geben. Die Preise haben die Koreaner zwar noch nicht verlauten lassen, man darf aber wohl davon ausgehen, dass beim ix35 ebenfalls das bekannt gute Preis-/Leistungsverhältnis zum Tragen kommen wird.
Die Tokyo Motor Show war schon immer etwas anders. Das kann man über die gezeigten Fahrzeuge und natürlich auch über die Besucher sagen. Die Japaner haben einfach einen anderen Geschmack als die Europäer. Sie lesen Mangas statt Donald Duck, fahren Autos, die in Europa als rollende Schuhkartons angesehen werden und sie sind verrückt nach elektronischen Spielereien.
Das zeigten auch die Studien der heimischen Automobilaussteller, die aus der Tokyo Motor Show ein Disneyland der Designer machten. Man sah kaum ernst gemeinte Ideen für zukünftige Serienmodelle. Der Toyota FT-86 wird sicherlich als Celica das Straßenbild in Zukunft bereichern. Viele der anderen Showcars haben nicht den Hauch einer Chance auf die Straße zu kommen. Einige dieser verrückten Ideen haben wir auf Autoblog zusammengestellt.
Mit dem neuen DS3 traut sich Citroen endlich wieder was. Klar, so avantgardistisch wie die alte Deesse ist der neue DS3 nicht. Dennoch hebt er sich wohltuend vom vielfach gepflogenen Modell-Einerlei in der Klein- und Kompaktwagenklasse ab. Er wird in der Menge auffallen wie es etwa auch ein Mini tut. Aber zu welchem Preis! Mit 15.200 Euro für die Einstiegsversion ist er tatsächlich leistbar und keinesfalls überbezahlt. Und die vielen Individualisierungsmöglichkeiten machen jetzt schon Gusto darauf, welche DS3 ab März wirklich vom Band laufen und Europa bevölkern werden. Citroen ist drauf und dran, den Ruf des Vorreiters aus früheren Zeiten wieder herzustellen. Weiter so!