Ford erneuert nach und nach die gesamte Modell-Palette und macht dieses mit Erfolg. Sowohl die neuen Kleinen als auch die großen Vans fanden und finden Anklang beim Publikum. Mit dem neuen 2010 verfügbaren Geschwisterpaar C-MAX und Grand C-MAX, der 2011 sogar in den USA angeboten werden soll, könnte der Erfolg prolongiert werden. Beide stehen auf der neuen C-Segment-Plattform, die in Folge die nächste Generation des Focus zum Golf-Albtraum werden lassen soll. Bis dahin festigt man die Position als zweitstärkste Marke in Europa und darf sich ruhig mal beklatschen lassen. Es gibt auch ein (automobiles) Leben abseits von Opel und VW.
Kia hat mit dem cee'd bereits einen Selbstläufer im Programm, um den die Koreaner von vielen beneidet werden. Neben dem erstklassigen Preis-/Leistungsverhältnis bieten die Koreaner mittlerweile ansprechendes Design und Technik, die up-to-date ist. Ebenso lassen verwendete Materialien und Verarbeitung kaum mehr viel Platz für Kritik. Dazu kommt die Zuverlässigkeit, die in der auf sieben Jahre gedehnten Garantie ihren Ausdruck findet. Nun werfen die Koreaner mit dem neuen Venga einen kleinen gefälligen Van auf den Markt, der das Zeug dazu hat, die Erfolgsstory von Kia in Europa fortsetzen zu können. Das werden nicht nur die europäischen Hersteller, sondern insbesondere die Konkurrenten aus Japan zu spüren bekommen. Man darf auf die noch nicht bekannt gegebenen Preise des Venga gespannt sein.
Saab setzt mit dem neuen 9-5 mitten in der Krise des Unternehmens ein wichtiges Zeichen in Richtung Zukunft. Diese ist mittlerweile mit dem möglichen Verkauf an Koenigsegg einigermaßen umrissen. Der neue Saab 9-5 könnte dazu der richtige Einstieg in eine neue Ära sein. Wie diese neue Ära letztlich aussehen wird, ist allerdings noch völlig unklar. Wird man sich wieder stärker der avantgardistischen Wurzeln entsinnen? Wird man die Modell-Palette um kleinere Modelle ausweiten? Mit wem wird Saab Kooperationen suchen? Wie steht's mit Hybriden? Viele Fragen sind offen und so ist für eine spannende Reise gesorgt, die hoffentlich weiterhin andauern wird. Mit dem neuen 9-5 könnte der Anfang dieser Reise gemacht sein. Saab gibt damit jedenfalls ein kräftiges Lebenszeichen von sich.
Mercedes hat seine AMG-Jungs und -Mädels von der Leine gelassen und was kam dabei heraus: eines der aufregendsten Automobile, die man derzeit kaufen kann. Konsequente Sportlichkeit, genügend Luxus und historische Anleihen - so baut man Supersportler und zeigt dabei, dass deutsche Ingenieurskunst nach wie vor in der höchsten Liga spielt. Ein überzeugendes Technologie-Paket - Aluminium-Spaceframe-Karosserie mit Flügeltüren, AMG 6,3-Liter-V8-Frontmittelmotor mit Trockensumpfschmierung mit 571 PS Höchstleistung und 650 Newtonmetern Drehmoment, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Anordnung und Sportfahrwerk mit Aluminium-Doppelquerlenkerachsen - garantiert Fahrdynamik und Fahrspaß auf höchstem Niveau. Wermutstropfen ist wie immer der Preis. Knapp 178.000 Euro sind kein Pappenstiel. Aber Träumen ist schließlich erlaubt. In der Krise mehr denn je.
Der September stand ganz im Zeichen der Automobil Ausstellung in Frankfurt. Ferrari, Mercedes, BMW & Co hatten viel zu bieten. Neue Modelle, neue Konzeptstudien und jede Menge hübscher Messe-Girls, die neben den neuen Autos für weit aufgerissene Augen, klickende Fotoapparate und offene Münder sorgten. Aber seht doch selbst...
Lexus stellte der Weltöffentlichkeit erstmals ein Voll-Hybrid-Premium-Kompakt-Modell vor. Der LF-Ch feiert auf der Frankfurter IAA Premiere. Der Lexus-Future-Concept-hybrid mit der Bezeichnung LF-Ch stellt laut Lexus eine deutliche Absichtserklärung der Japan-Nobel-Marke dar, um auch im Kompakt-Segment in Europa Fuß zu fassen. Bislang wagt sich Lexus lediglich in den USA mit einem stark modifizierten Toyota Prius in diesem Bereich auf Kundenfang. Zugleich bietet der LF-Ch, der allerdings in Frankfurt nur als Studie zu sehen war, einen Ausblick auf die zukünftige Design-Richtung von Lexus.
Die Retromania zieht immer weitere Kreise und macht auch vor Porsche nicht halt. Mit dem 911 Sport Classic legt man jetzt ein Fahrzeug auf, das an einige frühere Modelle erinnern soll und diese zitiert. Zudem ist er jedoch mit jedem erdenklichen modernen Luxus angereichert. Und kann dazu weiter angereichert werden. Porsche erfüllt bekanntermaßen nahezu jeden Wunsch. Gerade das entfernt ihn aber von klassischen Porsches. Denn die waren reine Fahrmaschinen. Auf Grund des starken Motors (408 PS) sind zwar die Fahrleistungen immer noch top, allein ein Leergewicht von 1.425 Kilogramm - trotz Türen aus Aluminium - spricht eine allzu deutliche Sprache. Da wäre abspecken angesagt. Das wäre mal wirklich Retro. Denn manchmal ist weniger nämlich mehr.
Nach der Rekordzahl von knapp einer Million Besuchern bei der vorangegangenen Autoschau 2007 hatte man bei der 63. IAA mit insgesamt 750.000 Gästen gerechnet. Am Samstag, dem vorletzten Tag, ergab die Hochrechnung eine Besucherzahl von 850.000. Das Besucherminus war also nur halb so groß wie befürchtet. Auf der weltgrößten Autoschau hatten 781 Aussteller aus 30 Ländern die neuesten Entwicklungen der Automobil- und Zulieferindustrie gezeigt. Unter dem Druck der Krise hatten sich fast 30 Prozent Aussteller weniger angemeldet als bei der letzten Schau vor zwei Jahren. Auf der IAA standen umweltfreundlichere Antriebe für Autos im Mittelpunkt. Die meisten der präsentierten Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffautos dürften jedoch frühestens in zwei bis drei Jahren zu kaufen sein.
Aus Frankreich kamen schon viele außergewöhnliche Modelle und Studien - sie wollen eben etwas anders sein, als die europäischen Konkurrenz. Doch anders zu sein gehört manchmal auch zum Konzept. Mit dem BB1 präsentierte Peugeot auf der Frankfurter Automesse IAA eine optisch völlig verrückte Idee. Der BB1 ist eine nur 2,50 Meter kurze Studie mit Elektroantrieb und vier Sitzplätzen. Und was sehen wir? Ein Stadtmobil der Zukunft, dass wohl schon die ersten Erfahrungen mit der robusten Fahrweise der Pariser in der französischen Hauptstadt hinter sich hat. Das Fahrzeug sieht nicht nur auf den ersten Blick völlig zerknautscht aus. Ob sich diese Studie durchsetzen wird? Das Fahrzeug kann man sich gut in einem "Michel-Vaillant-Comic" oder in Disney's "Cars 3" vorstellen.
Der e-tron zeigt, wie die elektrische Sportwagenwelt im Hause Audi übermorgen aussehen könnte. Das Rezept sieht so aus: Sportwagendesign, mächtige Räder, je zwei Elektromotoren und Vorder- und Hinterachse gepaart mit moderner Licht- und Energietechnik. Mit 313 PS beschleunigt der Zweisitzer in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Fahrleistungen sind keineswegs der einzige Beleg für die konsequente und ganzheitliche Strategie, denn das Design ist mehr als ein Blick in die Zukunft. Auf der Playstation 3 kann man im Rennspiel "Vertical Run" die Vision schon mal probefahren.