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Einkaufstour - Teil II



Otto Normalverbraucher blickt immer noch traurig in die Geldbörse und ist weiterhin auf der Suche nach einem neuen Gefährt für den automobilen Alltag um. Wird er diesmal fündig?

Die Asiaten. Die Japaner marschierten in breiter Front, allen voran Mazda, die mit dem neuen Mazda3 Fünftürer Weltdebut feierten und Toyota, die mit dem neuen Avensis und den Europapremieren der überarbeiteten Aygo, Yaris und RAV4 anrückten. Die Koreaner waren mit Hyundai vertreten, die vor allem Öko-Modelle wie den Santa Fe Hybrid am Stand hatten, aber ebenso mit einem großen SUV namens ix55 mit 3,0 Liter V6 Diesel aufwarteten. Man darf gespannt auf den Preis sein. Stark dabei: Inder und Chinesen. Tata und Mahindra aus Indien hielten wie Katay und Martin Motors (Shuanghuan) aus China mit Kleinwagen und Offroadern Hof in Bologna.

Der Rest der Welt.
Von den Amis am auffälligsten: Cadillac, die die CTS Baureihe um einen Kombi und einen neuen 2,9 Liter V6 Diesel erweitert haben. Bei Volvo stand der XC60 im Blickpunkt und Land Rover führte den Freelander mit Stop-/Start-Automatik vor. Škoda zeigte den überarbeiteten Octavia, Seat den Exeo, eine 4,60 Meter lange wohl geformte Limousine. Dacia war ebenfalls da. Und DR. Schon mal gehört? Die bauen im südlichen Italien einen gefälligen kompakten SUV mit der Bezeichnung DR5 mit verschiedenen Motorisierungen. Der sieht allerdings dem chinesischen Chery Tiggo verblüffend ähnlich, der dem alten Toyota RAV4 verdächtig ähnelt. Von Chery bezieht man auch das Chassis und den Benzinmotor. Der Diesel kommt von Fiat. Tiefste Preise um 16.000,- Euro locken Kunden. Die Crashtestwerte nach Euro NCAP sollen allerdings katastrophal sein. Also sollte Otto lieber Vorsicht walten lassen...

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Einkaufstour - Teil I



Otto Normalverbraucher blickt traurig in die Geldbörse, sieht sich aber dennoch nach einem neuen Gefährt für den automobilen Alltag um. Wird er fündig?

Die Deutschen.
Opel zeigte Flagge und brachte mit der Weltpremiere des Zafira 1.6 CNG Turbo ein ernsthaft alltags- und familientaugliches Öko-Modell nach Bologna. 150 erdgasgefütterte Turbo-Pferde umgeben von viel Raum sind ein Wort. Mit dem Insignia Sports Tourer hatte man ein weiteres heißes Eisen im Talon. Konkurrent Ford präsentierte den neuen Ka als Vernunftauto und den Focus RS mit 300 PS für die unvernünftigen Momente im Leben. VW lieferte die zweite deutsche Weltpremiere mit dem Golf Plus. Nicht sonderlich aufregend wird er dennoch wieder seine Freunde finden. Mehr Beachtung fand der neue Golf GTI, offiziell noch als Concept, inoffiziell wird er wohl genauso aussehen wie gezeigt. Bei Mercedes und Audi standen die neuen Kompakt-SUVs, der GLK und der Q5, im Mittelpunkt. Dafür muss Otto aber schon recht lange sparen.

Die Romanen. Die Italiener nahmen ihr Heimspiel offenbar nicht sehr ernst und hatten so gut wie nichts Neues aufzubieten. Fiat stellte einige Öko-Versionen aus, Lancia und Alfa Romeo fielen wenigstens mit den noch selten auf den Straßen zu findenden Delta und Mito auf. Anders die Franzosen. Renault ergötzte mit dem Mégane Coupé, Peugeot stellte sich mit der Weltpremiere des 107 und dem erschwinglichen Spaßmacher 308 CC ein und Citroën ließ den C3 Picasso, einen pfiffigen Mini-Van, Modell stehen. Autos für die Geldbörse von heute, die dennoch Spaß machen.

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Blick in die Kristallkugel



Honda stellte in Bologna mit dem FCX Clarity das erste Kleinserienfahrzeug mit der Technik von übermorgen aus. Eine ansprechend mit coupéhafter Linie designte Limousine in der Größe eines Honda Accord. Das Wesentliche steckt unter dem Blech: ein Brennstoffzellen-Antrieb. Wasserstoff ist dabei der Energieträger, der in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff reagiert. Dadurch wird Strom erzeugt, der das Fahrzeug praktisch emmissionsfrei - einzig Wasser wird dabei freigesetzt - und entsprechend umweltschonend antreibt.

Ihrer Phantasie freien Lauf ließen einmal mehr die Franzosen und zeigten mit dem Crossover Citroën Hypnos und der Sportlimousine Peugeot RC HYbrid4 zwei spektakuläre Studien, die so leider nie auf unseren Straßen zu sehen sein werden. Beide sind reine Haute Couture, der Hypnos als Diesel-Hybrid, der RC als Benzin-Hybrid mit 1,6 Liter Turbo plus E-Antrieb und gesamt 313 PS bei nur 109g CO2-Ausstoß. Die Japaner fielen wie immer mit pfiffigen Kleinwagenstudien auf. So etwa Nissan mit dem süßen, rundlichen strombetriebenen Nuvu oder Toyota mit dem eigenwillig geformten Fine-T mit Brennstoffzelle. Funny Future.

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Grüne Welle



Grün ist in. Allen voran zeigte Opel in Bologna mit der Weltpremiere des Zafira Turbo ecoM ein Beispiel für umweltbewussten und realitätsnahen Fahrzeugbau. Ein für Erdgas ausgelegter Turbomotor, der notfalls außerdem mit Benzin betrieben werden kann, bürgt nicht nur für ökologisch weitgehend einwandfreies, sondern erstmals für ebenso zügiges Vorankommen. Viele weitere Fahrzeuge wie etwa der Greenpowered Terios von Daihatsu, der Nissan Micra RDS oder der Škoda Fabia Combi LPG stellen auf den am italienischen Markt beliebten Auto-(Flüssig-)Gas-Antrieb (LPG) ab.

Stromschläge teilt der Smart Fortwo ed als reines Elektrofahrzeug aus. Wie desgleichen der indische Tata Indica Electric EV, eine weitere Weltpremiere, die den Appetit indischer Hersteller auf europäische Kunden manifestiert. Näher am automobilen Alltag sind die immer zahlreicher auftretenden Hybrid-Fahrzeuge. So präsentierte Porsche einen Cayenne Hybrid, der schon bald Marktreife haben soll. Und die krisengebeutelten Amis von GM einen Cadillac Escalade Voll-Hybriden mit 6-Liter V8(!) und E-Antrieb. Big is beautiful.

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Schnelle Flitzer



Gleich ob Sportflitzer, Luxuslimousine oder SUV: Kraft kann man offenkundig nie genug haben. Während Mercedes in Bologna die gesamte AMG-Flotte gleich neben den Öko-Modellen präsentierte, stellte man die großen SUVs jedoch lieber in die zweite Reihe und platzierte auch den Maybach wenig auffällig. Dafür durfte der in limitierter Stückzahl für den Rennbetrieb gedachte SLR McLaren 722 GT prunken.

Audi tat es Mercedes gleich und versteckte den Q7 V12 TDI im letzten Eck, wohingegen der R8 prominenter positioniert wurde. BMW war sowieso abwesend. Dafür war Brabus mit dem Rocket 6.3 S Biturbo umso anwesender. 730 PS und 1.320 Newtonmeter auf Basis des Mercedes CLS sind nicht wirklich politisch korrekt. Wen kümmert's? Bentley hatte den Continental Flying Spur Speed im Angebot, mit 610 PS ebenfalls nicht schwächlich. Die Amis brachten die Corvette ZR1 mit 620 Kompressor-Pferdchen mit. Exoten wie der Pagani Zonda F oder der sechsrädrige Covini C6W sorgten ebenfalls für leuchtende Augen.

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Duft von Rennbenzin in Bologna



Wie immer widmet die Bologna Motor Show den Rennsportfreunden genügend Raum zum Schauen und zur Erhöhung des Pulsschlages. Sowohl durch die vielen in den Hallen ausgestellten Fahrzeuge, vom Formel-1- bis zum NASCAR-Boliden, als auch durch die Vorführungen auf der in mehreren Varianten befahrbaren und im Inneren des Messegeländes gelegenen Rennstrecke.

Letztlich herrscht der Krise im Automobilzirkus zum Trotz gute Stimmung auf der Motor Show, zu der nicht unwesentlich die zahlreichen langbeinigen Ragazze beitragen, die den Ausstellungsobjekten hin und wieder sogar die Show stehlen. Böse Zungen behaupten, so manch braver Familienvater käme nur ihretwegen hierher...

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Mobilität morgen und übermorgen



Der große Trend der Bologna Motor Show geht, wie könnte es anders sein, in Richtung Umweltverträglichkeit. So hat nahezu jeder Hersteller ein entsprechendes Fahrzeug am Stand. Selbst Hummer stellt einen H2 mit wahlweisem Bio-Ethanol Antrieb aus.

In einer eigenen „Innovation Cube" titulierten Halle, die ihr Debüt auf der Motor Show gibt, kann man sich speziell zu Themen wie Sicherheit oder Umweltfreundlichkeit informieren und Einblicke in neue Technologien gewinnen. Dazu weisen viele Studien in die nahe und ferne Zukunft. Grün ist heutzutage eben in.

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Die Premieren in Bologna



Obgleich die Bologna Motor Show vor allem viele italienische Premieren bereit hält, gibt es auch einige Weltpremieren, allen voran der neue Mazda3 Fünftürer, der entsprechend abgefeiert wird.

Der neue VW Golf Plus steht ebenfalls zum ersten Mal im Licht der Öffentlichkeit und Opel zeigt den Zafira ecoM als Weltpremiere. Peugeot bietet den überarbeiteten 107 auf und weitere Welt- und Europapremieren bringen Japaner und Inder, die verstärkt auf den europäischen Markt drängen.

Darüber hinaus ist das gesamte Spektrum an Fahrzeugen von Kleinwagen über Sportler bis SUVs zu bestaunen. Teils mit (noch) exotischen Marken wie Infiniti, dem Nobelableger von Nissan. Zubehörhersteller, Fanartikelanbieter, Radiostationen und Verlage sowie staatliche und andere öffentliche Einrichtungen runden das Spektakel ab. Last not least sind ferner Militär und Polizei - mit dem blau-weißen Gallardo, naturalmente - vertreten.

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Bologna Motor Show - Amore & Motore



Bologna als Hauptstadt liegt eingebettet zwischen Hügeln in der Region Emilia Romagna, bei deren Nennung Kenner mit der Zunge schnalzen. Denn sie ist die Heimat von Ferrari, Maserati, Lamborghini und Ducati, die in Schlagweite liegen.

Den Hügeln kommt besondere Bedeutung zu, dienen sie doch ausschließlich dem Widerhall des von V2, V8, V10 und V12 Motoren ausgespuckten Sounds, wenn die Werksfahrer ihre Schätze zur Ausfahrt bitten, dann einen betörenden Klangteppich über die eindrucksvolle Landschaft legend.

Da mit den großen Werken sehr viele Klein- und Mittelbetriebe verbandelt sind und die Region stark auf Automobilproduktion als wichtigen Arbeitgeber gepolt ist, ist es nicht verwunderlich, dass die vor allem für den italienischen Markt bedeutende Motor Show in Bologna angesiedelt ist.

Auf 140.000 m² Hallenfläche und weiteren im Freien gelegenen Flächen präsentieren sich 320 Aussteller aus 19 Ländern. Darunter als Hauptdarsteller rund 50 Fahrzeugproduzenten. Auffällig: die Abwesenheit von BMW, trotz des nicht unwichtigen norditalienischen Marktes, während Konkurrenten Audi und Mercedes mit riesigen und entsprechend aufwendigen Ständen vor Ort sind.

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