
"Nein, wie geil ist das denn", schießt es mir auf den ersten Metern durch den Kopf. Ich gebe zu, ich musste noch einmal vorsorglich nach unten schauen, ob mir hier nicht doch das falsche Moped angedreht wurde. Aber nein, es ist tatsächlich die 900er Buell XB9SX. Haben mich die Leute von Thomas Heavy Metal Bikes in Radebeul doch mit dem richtigen und geplanten Testmotorrad versorgt. Aber auf den ersten Kilometern fällt es schwer zu glauben, dass ich auf einem Bike mit 900ccm Hubraum sitze. Es fühlt sich an wie eine 125er.
Na gut, wenn man am Kabel zieht, geht schon ordentlich etwas nach vorne. Aber das Handling! Es ist der pure Wahnsinn. Wie ein kleines Spielzeug fühlt es sich an, wenn man die Buell in die Kurven legt. Von werfen kann hier gar keine Rede sein. Es ist überhaupt kein Kraftaufwand von Nöten. Alles geht spielend einfach. Anbremsen, Umlegen, Beschleunigen, Vollgas und wieder Anbremsen. Die Buell macht Laune. Sattes Drehmoment hat sie auch vorzuweisen. Da geht schon was nach vorn. Bis knapp über 7.000 U/min kann gedreht werden. Dann kommt der Begrenzer. Aber um dem aus dem Weg zu gehen, gibt es ja immerhin insgesamt fünf Gänge.
Gibt es Nachteile an der Buell? Direkt Nachteil kann man es nicht nennen. Zum einen wäre da der etwas kleine Tank. 14,5 Liter Tankinhalt mit 2,8 l Reserve sind nicht wirklich viel. Je nach Fahrweiße kann es schon nach Rund 200 Kilometern passieren, dass das Lämpchen kommt. Bei längeren Motorradtouren sicher nervig. Apropos längere Touren. Für die Autobahn ist die XB9SX ebenfalls nicht unbedingt geeignet. Über 130 km/h macht es nur noch wenig Spaß, den Bock zu treiben. Es sei denn man legt sich mit dem Kopf auf den Tank. Windschutzschild gibt es keines. Und für Sportfahrer sind 82 PS sicher etwas wenig. Aber für Sportfahrer ist diese Bike ja auch nicht vorrangig gemacht.
Vorteile gibt es genug. Das Handling ist wirklich und noch mal zu betonen, der Wahnsinn. Es fühlt sich an, wie eine kleine 125er, hat eine wunderbare Wendigkeit und macht spielend das, was der Fahrer vorgibt. Und seien wir doch mal ehrlich. Der Wahn der Reihenvierzylinder die über 300 km/h abdrücken, ist doch schon nicht mehr ganz normal. Schließlich sind diese Motorräder auf der Straße gar nicht richtig zu nutzen und gehören eigentlich auf die Rennstrecke. Von daher ist eben eine solche Buell die richtige Wahl für den Straßenverkehr. Locker, leicht, spritzig und dennoch mit Bums. Ordentlich Drehmoment im unteren Drehzahlbereich (79 nm bei 4.500 U/min). Ein richtiges Spaßmobil.



