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Bioethanol: Fünf Fragen und Antworten


1. Was ist eigentlich Bioethanol?

Bioethanol (Ethylalkohol) wird durch Destillation nach alkoholischer Gärung oder durch vergleichbare biochemische Methoden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. In Deutschland kommen für die Produktion zunächst Getreide (Weizen, Roggen) oder Zuckerrüben in Frage. Für die Herstellung auf Basis von Lignocellulose (zum Beispiel Stroh oder Holz) gibt es gegenwärtig keine kommerziell betriebenen Anlagen in Deutschland. Solche Verfahren befinden sich noch im Pilotstadium.

2. Verträgt mein Auto Bioethanol?

Mit den neuen Ethanol-Kraftstoffen E50 und E85 drohen laut ADAC normalen Benzin-Fahrzeugen teuere Schäden, weil sie diesen Kraftstoff nicht vertragen. Anders sieht es aus, wenn der Motor und sein "Umfeld" auf diesen Kraftstoff hin angepasst sind. Ein speziell entwickeltes Motormanagement erkennt hier das jeweilige Kraftstoff-Mischungsverhältnis, Ventile und -sitze sind speziell gehärtet, alle Kraftstoff führenden Teile bestehen aus besonders korrosionsbeständigen Materialien. Dank effektiver Motorvorwärmung kann damit auch bei Temperaturen unter minus 15 °C problemlos gestartet werden. Umrüstungs-Möglichkeiten gibt es nicht, sie wären viel zu teuer. Autos, die Bioethanol vertragen, tragen meist die Bezeichnung: „Flexible Fuel Vehicle", kurz "FFV".

In Deutschland gibt es derzeit nur Modelle von Ford (Focus 1.8 FFV, Focus C-MAX 1.8 FFV), Saab (9.5 2.0 Biopower) und Volvo (C30 1.8F FlexiFuel, S40 1.8F FlexiFuel, V50 1.8F FlexiFuel). Die Mehrpreise gegenüber den Benzin-Versionen liegen bei zirka 300 Euro (Ford), 400 Euro (Volvo) beziehungsweise 1 000 Euro (Saab). Es kann jede beliebige Ethanol-Benzin-Mischung bis zu einem maximalen Anteil von 85 Prozent Ethanol (E85), aber auch ausschließlich Benzin getankt werden. Im Unterschied zu anderen bivalenten Fahrzeugen ist kein Zusatztank erforderlich. Normale Benzin-Motoren dagegen vertragen nur Ottokraftstoff mit einem Anteil von maximal fünf Volumentprozent Ethanol beziehungsweise 15 Prozent ETBE freigegeben. Dies ist in der Kraftstoffnorm DIN EN 228 festgelegt. Hierauf gibt es keinen eigenen Hinweis an den Tanksäulen, denn dies hat keinerlei Auswirkungen auf den Motorbetrieb.

3. Wo kann man Bioethanol tanken?

Bioethanol wird in Deutschland bislang nur an ausgewählten Tankstellen angeboten, meist unter klangvollen Namen wie zum Beispiel "Bio-Super" oder "CropPower85" (OIL-Tankstellen). Hierbei handelt es sich entweder um E50 (50 % Ethanol, 50 % Ottokraftstoff) oder E85 (85 % Ethanol, 15 % Ottokraftstoff). Achtung: Diese Kraftstoffe dürfen nur für die Betankung von "Flexible Fuel Vehicles" (FFV) verwendet werden!

4. Fahre ich mit Bioethanol günstiger als mit Benzin?

Da Ethanol einen um rund 35 Prozent geringeren Energiegehalt als Ottokraftstoff hat, ist mit bis zu einem Drittel Mehrverbrauch zu rechnen. Für E50 und E85 zahlt man zwar nur zwischen 82 und 98 Cent pro Liter. Setzt man jedoch den Preis mit dem Energiegehalt in Relation, liegen die Kosten zwischen 120 und 130 Cent pro Liter. Bioethanol ist bis Ende 2009 von der Energiesteuer befreit; danach könnten sich die Preise erhöhen. Für E85 gilt die Steuerbefreiung auf den entsprechenden Bioethanolanteil noch bis Ende 2015.

5. Ist Bioethanol umweltfreundlicher?

Als wesentlicher Vorteil von Bioethanol wird meist dessen CO2-Neutralität genannt. Danach entsteht bei dessen Verbrennung nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), wie die Pflanzen beim Wachstum der Atmosphäre entzogen haben. Da der Anbau und insbesondere der Herstellungsprozess von Biokraftstoffen jedoch meist fossile Energien verbrauchen, ist der CO2-Kreislauf nicht vollständig geschlossen. Wie wichtig bei der CO2-Bilanz die Berücksichtigung der für die Konversion eingesetzten Prozess-Energie ist, zeigt nach Angaben des ADAC unter anderem die gemeinsame Studie "Well-to-Wheels Analysis of Future Automotive Fuels and Powertrains in the European Context" von EUCAR, JRC und CONCAWE vom Dezember 2005. Danach führt das Herstellungsverfahren für Bioethanol unter Verwendung gängiger Prozesse, zum Beispiel beim Einsatz deutscher Braunkohle, nicht zu einer Verminderung, sondern sogar zu einer Erhöhung der Treibhausgasemission um rund 30 Prozent. Wird dagegen Erdgas der Vorzug als Primärenergieträger gegeben, beträgt das Einsparpotenzial etwa 35 Prozent. Erheblich höhere Potenziale bis zu 85 Prozent sind erreichbar, wenn man die Ganzpflanze einsetzt; dies ist zum Beispiel beim Einsatz von Zuckerrohr der Fall. Relativ hohe Treibhausgasemissionen ergeben sich auch aus der Bereitstellung von Biodiesel (RME; Einsparpotential zirka 50 Prozent). Der Grund hierfür liegt vor allem am Einsatz von Stickstoffdünger und den daraus resultierenden hohen N2O-Emissionen. (Quelle: ADAC)
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