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Pflanzenöl: Fünf Fragen und Antworten


1. Verträgt mein Auto Pflanzenöl?

Theoretisch kann Pflanzenöl in jedem Dieselmodell zum Einsatz kommen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine Umrüstung. Technische Änderungen an Einspritzpumpe und -düsen, den Kraftstoffleitungen und am Verbrennungsraum sollen das Pflanzenöl fließ- und zündfähiger machen. Grundsätzlichen kann man zwischen zwei Umrüstarten unterscheiden: Ein-Tank-System und Zwei-Tank-System. Beide Systeme ermöglichen den Betrieb mit Dieselkraftstoff, Pflanzenöl oder einer Mischung aus diesen Kraftstoffarten. Die Systeme werden von den Anbietern laufend weiterentwickelt und an die Entwicklung der Dieseltechnologie angepasst. Welches System zur Anwendung kommt, hängt in erster Linie vom vorliegenden Einspritzsystem ab. Ob ein Motor umgerüstet werden kann, ist bei den Umbaubetrieben direkt zu erfragen. Teilweise wird die Umrüstung von Fahrzeugen mit Einspritzpumpen bestimmter Hersteller abgelehnt, da diese Systeme für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb mit Pflanzenöl ungeeignet sind. Je nach Umfang der Umrüstung (zum Beispiel Änderungen an der Einspritzpumpe, Einbau eines Zweittanks) kann eine TÜV Abnahme erforderlich sein. Auch dies sollte bereits im Vorfeld mit der beteiligten Firma geklärt werden. Bisher hat kein Fahrzeughersteller eine Umrüstung auf Pflanzenölbetrieb frei gegeben, so dass damit Ansprüche aus der gesetzlichen Sachmängelhaftung oder Garantie gefährdet werden, ebenso mögliche Kulanzleistungen.

2. Was kostet eine Umrüstung?

Je nach Aufwand sind nach Angaben des ADAC zwischen 1 500 und 3 500 Euro zu bezahlen (inklusive Montage). Vor dem Umbau sollte man bedenken, dass bisher kein Fahrzeughersteller Pflanzenöl freigegeben hat und somit Ansprüche aus Sachmängelhaftung und Garantie verloren gehen.

3. Wo kann man Pflanzenöl tanken?

Grundsätzlich kann man nach einer Umrüstung alle Pflanzenölsorten tanken. Hierzulande ist Rapsöl am gängigsten. Bereits im Mai 2000 wurde vom „LTV-Arbeitskreis Dezentrale Pflanzenölgewinnung Weihenstephan" ein „Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff (RK-Qualitätsstandard)" formuliert. Dieser ist zwischenzeitlich in eine Vornorm DIN V 51605 überführt worden. Das Netz an öffentlichen Pflanzenöl-Tankstellen in Deutschland ist mit zirka 250 Stationen noch sehr dünn. Findet man keine Tankstelle mit Pflanzenöl, können die Fahrzeuge laut ADAC mit Dieselkraftstoff betankt werden (auch in Mischung mit Pflanzenöl).

4. Fahre ich mit Pflanzenöl günstiger?

Der Preis für Pflanzenöl schwankt regional sehr stark zwischen 55 und 80 Cent je Liter. Der Kostenvorteil ergibt sich aus der bisherigen Freistellung von der Mineralölsteuer (herkömmlicher Dieselkraftstoff wird mit 47 Cent je Liter besteuert). Ab 1. Januar 2008 wird aber auch Pflanzenöl als Kraftstoff gemäß dem neuen Energiesteuergesetz (EnergieStG) erstmalig besteuert. Der Eingangssteuersatz beträgt zehn Cent je Liter. Jährlich soll er um mindestens sieben Cent je Liter erhöht werden und 2012 den endgültigen Steuersatz von 45 Cent je Liter erreichen.

5. Ist Pflanzenöl umweltfreundlicher?

Als wesentlicher Vorteil des Pflanzenöls wird dessen CO2-Neutralität genannt. Man geht dabei davon aus, dass bei der Verbrennung von Rapsöl nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht, wie die Rapspflanzen beim Wachstum der Atmosphäre entzogen haben. Bei Anbau, Ölgewinnung und Umwandlung in Pflanzenöl werden jedoch meist konventionelle Energien verbraucht, daher ist der CO2-Kreislauf nicht vollständig geschlossen. Beim Rapsanbau entsteht im Boden in geringen Mengen das Treibhausgas N2O, das nicht vernachlässigt werden darf. Die Pflanzen setzen außerdem Ozon erzeugende Kohlenwasserstoffe frei. Werden die Rapspflanzen in Monokulturen angebaut und gedüngt, schädigen sie darüber hinaus den Boden und die Gewässer. Der CO2-Einspareffekt gegenüber mineralischem Diesel hängt auch davon ab, wie die Nebenprodukte Rapsschrot und Glyzerin genutzt werden. Unterschiedliche Betrachtungsweisen führen dazu, dass die CO2-Bilanz nach wie vor kontrovers diskutiert wird. Laut Umweltbundesamt (UBA) Berlin ergibt sich pro Einheit Pflanzenöl eine CO2-Minderung um bis zu 65 Prozent gegenüber mineralischem Diesel-Kraftstoff - je nach Bewertung der Nebenprodukte. Wesentlich ist die Verminderung der Partikelemission (Dieselruß) um rund 50 Prozent (bei Motoren ohne Partikelfilter). Durch Pflanzenöl werden normalerweise auch die CO- und CH-Emissionen reduziert, der NOx-Anteil (Stickoxide) dagegen steigt. Die einzelnen Werte hängen jedoch in erster Linie von den Betriebsbedingungen sowie von der verwendeten Motoren- und Einspritztechnik ab. Da Pflanzenöl praktisch schwefelfrei ist, entstehen damit so gut wie keine schädlichen SO2- und Sulfat-Emissionen. (Quelle: ADAC)


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