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Biodiesel: Fünf Fragen und Antworten


1. Was ist Biodiesel?

Bei dem üblicherweise als „Biodiesel" bezeichneten Kraftstoff handelt es sich um „Raps-Methyl-Ester" (RME), der durch chemische Behandlung (Umesterung) von Rapsöl hergestellt wird. Dadurch werden die Fließfähigkeit und die Zündwilligkeit verbessert. In seinen wesentlichen Eigenschaften ist Raps-Methyl-Ester dann dem herkömmlichen Dieselkraftstoff weitgehend ähnlich.

2. Verträgt mein Auto Biodiesel?

Nur Fahrzeuge, die vom Hersteller ausdrücklich frei gegeben sind, dürfen Biodiesel tanken. Sonst sind laut ADAC Schäden – zum Beispiel an der Einspritzpumpe – nicht auszuschließen. Außerdem führt dies zum Verlust von Ansprüchen aus Gewährleistung und Garantie sowie eventuellen Kulanzleistungen des Herstellers. Daher vor dem Tanken von Biodiesel unbedingt in der Bedienungsanleitung nachsehen, ob das Fahrzeug dafür zugelassen ist. Im Zweifelsfall besser noch beim Hersteller nachfragen. Aus dem aktuellen Neuwagenprogramm (Abgas-Standard Euro 4) sind nur noch VW Golf V und Skoda Octavia II für Biodiesel freigegeben – aber nur, wenn sie ab Werk gegen Aufpreis mit "Biodiesel-Paket" bestellt wurden. Biodiesel-Freigaben für einige ältere Modelle gibt es von Audi, BMW, Mercedes, Peugeot, Seat, Skoda, Volvo und VW.

3. Wo kann ich Biodiesel tanken?

In Deutschland bieten rund 1 900 Tankstellen Biodiesel an. Gut 1 400 davon haben sich der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V. (AGQM) angeschlossen, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. Laut der „Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V." (UFOP) wird an diesen Tankstellen ausschließlich Biodiesel auf Raps-Basis angeboten. Die Tanksäulen tragen neben der Plakette „Entspricht DIN EN 14214" das AGQM-Siegel. Damit wird die stichprobenartige Überprüfung des Kraftstoffs von der Herstellung in den Ölmühlen über die Lagerung und Transporte bis zur Zapfsäule bestätigt. Die AGQM rät Biodiesel-Nutzern, alle Tankquittungen aufzubewahren, um im Fall eines Schadens nachweisen zu können, dass nur an qualitätsüberwachten Stationen getankt wurde.

4. Fahre ich mit Biodiesel günstiger als mit herkömmlichem Diesel?

Der Preis für Biodiesel an den Tankstellen differiert regional stark, liegt aber durchschnittlich zirka zehn bis 20 Cent je Liter unter dem für herkömmlichen Dieselkraftstoff. Der günstige Preis ergibt sich aus der Bevorzugung bei der Mineralölsteuer (herkömmlicher Dieselkraftstoff wird mit 47 Cent je Liter besteuert). Seit Inkrafttreten des neuen Energiesteuergesetzes (EnergieStG) am 1. August 2006 wird Biodiesel erstmalig mit (jährlich steigenden) Steuersätzen belegt, beginnend mit neun Cent je Liter. 2012 soll dann der endgültige Steuersatz von 45 Cent erreicht werden. Bei Fahrzeugen, die mit Biodiesel betrieben werden, kann der Verbrauch gegenüber „normalem" Diesel um bis zu zehn Prozent höher liegen wegen des niedrigeren Energiegehaltes von RME.

5. Ist Biodiesel umweltfreundlicher?

Als wesentlicher Vorteil des Biodiesels wird dessen CO2-Neutralität genannt. Man geht dabei davon aus, dass bei der Verbrennung von Rapsöl nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht, wie die Rapspflanzen beim Wachstum der Atmosphäre entzogen haben. Bei Anbau, Ölgewinnung und Umwandlung in RME werden jedoch meist konventionelle Energien verbraucht, daher ist der CO2-Kreislauf nicht vollständig geschlossen. Beim Rapsanbau entsteht im Boden in geringen Mengen das Treibhausgas N2O, das nicht vernachlässigt werden darf. Die Pflanzen setzen außerdem Ozon erzeugende Kohlenwasserstoffe frei. Werden die Rapspflanzen in Monokulturen angebaut und gedüngt, schädigen sie darüber hinaus den Boden und die Gewässer. Der CO2-Einspareffekt gegenüber mineralischem Diesel hängt nach Angaben des ADAC auch davon ab, wie die Nebenprodukte Rapsschrot und Glyzerin genutzt werden. Unterschiedliche Betrachtungsweisen führen dazu, dass die CO2-Bilanz nach wie vor kontrovers diskutiert wird. Laut Umweltbundesamt (UBA) Berlin ergibt sich pro Einheit Biodiesel eine CO2-Minderung um bis zu 65 Prozent gegenüber mineralischem Diesel-Kraftstoff – je nach Bewertung der Nebenprodukte. Wesentlich ist die Verminderung der Partikelemission (Dieselruß) um rund 50 Prozent (bei Motoren ohne Partikelfilter). Durch Biodiesel werden normalerweise auch die CO- und CH-Emissionen reduziert, der NOx-Anteil (Stickoxide) dagegen steigt. Die einzelnen Werte hängen jedoch in erster Linie von den Betriebsbedingungen sowie von der verwendeten Motoren- und Einspritztechnik ab. Da Biodiesel praktisch schwefelfrei ist, entstehen damit so gut wie keine schädlichen SO2- und Sulfat-Emissionen. (Quelle: ADAC)


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