
Lincoln ist für uns in Europa mindestens so interessant wie ein vertrockneter Cheeseburger.
Ein amerikanisches Relikt aus längst verblassten Glanzzeiten der legendären Straßenkreuzer.
So muss auch ein Dinosaurier wie Lincoln umdenken, um in Zeiten des steigenden Umweltbewusstseins und weltweiter Autokrise nicht von der angeschlagenen Konzernmutter Ford wegrationalisiert zu werden.
Als erstes Zeichen für den erzwungenen Sinneswandel präsentierten die Amis beim Heimspiel in Detroit den C-Concept. Um den Anspruch von Lincoln gerecht zu werden, verbindet der kompakte Ami den Luxus der schweren Gangsterlimousinen mit den menschlicheren Abmessungen eines modern gedachten (vor allem umweltbewussten) Kompaktwagens.
Das Design gibt sich durchgehend innovativ und dabei überhaupt nicht markenfremd für Lincoln (sofern man weiß, was einen Lincoln eigentlich ausmacht). Die Grundproportionen mit niedriger Schulterlinie und großen, hohen Glasflächen präsentieren sich entgegen dem Zeitgeist sehr aufrecht (gut so). Das verspricht viel Licht und Platz im Innenraum.
Die Seitenlinie mit betontem vorderem Radlauf und daran anschließend ansteigender Gürtellinie erinnert ein wenig an den neuen Renault Megane. Die Frontpartie kommt mit Lincoln typischem Grill sehr trocken und staatsmännisch daher. Am Heck zitiert ein durchgehendes Leuchtenband die Vergangenheit.
Auch wenn für amerikanische Verhältnisse ein 180 PS Vierzylinder sparsam erscheint, könnte der kleine Edel-Ford für Europa noch etwas Leistung ablegen. Bei der hellen und gemütlichen Atmosphäre im Innenraum hat es sowieso keiner eilig und zuviel Muskelspiel würde auch gar nicht zum Wellness-Charakter des C-Concept passen (die Umwelt sowie die Brieftasche schont das nebenbei auch).
Während das narbenfreie Lenkrad und die ganze Bildschirm-Armada am Armaturenträger als Studien-Klimbim abgetan werden kann, macht die äußere Erscheinung durchaus Lust auf einen Serienableger. Vor allem weil damit auch einem Stück amerikanischer Automobilgeschichte der Schritt ins 21. Jhdt. geglückt wäre.



