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Dacia Sandero - Quintessenz der Mobilität



Bis vor kurzem blieb der Automarkt vom Aldi-Boom verschont. Wir müssen überall einsparen und den Gürtel enger schnallen. Aber beim Auto? Nein. Unser Auto ist uns heilig und dort wird nicht gespart. Ist ja auch ein Statussymbol.

Aber man kann sich ja nach Alternativen zu einem Gebrauchten umschauen. Die erste für uns halbwegs ernst zu nehmende Alternative brachte Dacia mit dem Logan auf den Markt. Bewährte und sichere Renault-Technik zum Dumpingpreis. Eigentlich sehr erfolgversprechend, wäre da nicht die Optik des Logan. Stufenheck und Rustikal-Proportionen kommen in Europa nicht gut an und riechen nach Entwicklungsländern.

Deshalb schickt Dacia den Sandero ins Rennen. Rundum europäisiert und mit gefälligem Steilheck tritt er als Einzelkämpfer neben seinem nun nicht mehr ernst zu nehmenden Bruder Logan im Aldi-Segment an. Der Logan wurde passend zur Markteinführung des Sandero geliftet und entspricht nun der Optik des Sandero, was gleich um Welten besser aussieht.



Ich hatte die Möglichkeit den Sandero für zwei Tage zu testen und ich muss sagen: Respekt. So skeptisch ich anfänglich war, der Sandero überzeugt (jetzt vor allem auch optisch). Die 7.500 Euro Einstiegspreis, mit denen Dacia wirbt, kann man getrost vergessen, und als Köder abtun. Dafür wäre nicht mal eine Servolenkung an Bord, vom Basisbenziner ganz zu schweigen.

Für den halbwegs ausgestatteten Testwagen (87 PS Benziner) mit Klima, MP3-CD-Radio, Alu Applikationen im Innenraum (sagen wir lieber farblich abgesetzte Dekorteile), und elektrischen Fensterhebern vorne sowie Funkfernbedienung kann man auch rund 11.000 Euro hinlegen.

Dafür bekommt man aber alles, was man für die moderne Mobilität benötigt. Und auch wenn es den Gegnern des Billig-Rumänen nicht passt - die Verarbeitung ist besser als in manchen teureren Kleinwagen. Auch der optische sowie haptische Eindruck des Interieurs überzeugt. Mir gefällt das Cockpit sogar sehr gut.



Das Platzangebot im Innenraum sowie im Kofferraum liegt irgendwo zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse. Also absolut ausreichend!
Die direkte Konkurrenz des Sandero schwebt preislich in anderen Sphären.
Für einen vergleichbaren Skoda Fabia oder VW Polo müsste ich da schon 15.000 Euro mindestens hinlegen.

Der Fahreindruck hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits hatte ich den Eindruck das Fahrwerk sei zu weich abgestimmt, andererseits ist man vom Federungskomfort angenehm überrascht. Vielleicht bin ich aber auch schon durch die unsinnige Härte deutscher Fabrikate geschädigt.
Die Lenkung ist um die Mittellage einen Tick zu leichtgängig und die Schaltung hakelt bei unsachgemäßem Gebrauch etwas.
Das sind jedoch nur Nuancen, und werden dem 0815-Kunden nicht störend auffallen.

Alles in allem bin ich vom Sandero beeindruckt. Die erfrischende Einfachheit der Mobilität hat man im ganzen Marketing-Wirrwarr der großen Hersteller ganz vergessen.
Wer mit Vernunft einen praktischen Neuwagen kauft, und wem Image egal ist, wird um den Sandero nicht herumkommen. Langfristig wird das die Konkurrenz übrigens auch nicht.

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